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ich habe vor gut sechs wochen beschlossen gemeinsam mit einer kollegin zu fasten. zehn tage insgesamt: ein eingewöhnungstag, drei aufbau tage und dazwischen sechs tage lang richtig fasten. heute in einer woche ist der erste echte fastentag. und die sechs wochen, um mich darauf einzustellen, haben mir gut getan. zuerst war der kopf irrsinnig aufgeregt und hat es jedem erzählt - egal, ob er es hören wollte oder auch nicht. nach einer zeit wurde der kopf leiser, weil er ja immerhin doch ständig am plappern ist und ihm schnell langweilig wird. sechs wochen sind eine lange zeit. für den kopf war es also schon beschlossen und fertig und so wurde der gedanke zu einem gefühl und ging langsam auf den körper über. zuerst stellte ich fest, dass ich ganz automatisch anfing, immer weniger zu essen, ca. drei wochen lang. seit letzter woche esse ich wie ein bauarbeiter - mit einem wahnsinn appetit und es schmeckt alles ganz hervorragend. ausserdem habe ich mich selbst dabei überrascht gemüse zu essen und vitaminsäfte zu trinken. sehr ungewöhnliches verhalten. salat ess ich aber nach wie vor nur in einem burger.
ich finde es sehr spannend und ich freue mich auf die zehn tage. vor allem sollte man in der zeit natürlich auch nicht rauchen. pff, schwierig. weit aus schwieriger, als nicht zu essen. fasten war ja ein entschluss, den ich bewusst fasste. rauchen geht damit einher. aber ich rauche wirklich gern. zuerst dachte ich, ich schrenke es einfach nur ein. aber das ist quatsch. wenn schon, denn schon. ich stelle mich jetzt also einfach mal darauf ein, in der zeit auch nicht zu rauchen. der kopf hat sich an den gedanken schon gewöhnt. ich hoffe, er gibt die info bei zeiten an den rest des körpers weiter.



zeigt uns alex vor. kaum wurde er von 70,1% der deutschen zum neuen superstar erklärt, schnappte er sich sein handy und servierte seine freundin ab. gut, wenn die nur einen funken verstand hat, wird sie das nicht sehr überrascht haben. ich wollte gestern mit meinen kollegen schon wetten abschliessen, wie lange er wohl braucht, um sie los zu werden. viel spannender allerdings ist die frage: wird unser höchstpersönlicher superstar michi tschuggnal ähnlich agieren? die parallelen zwischen starmania und dsds sind natürlich sehr auffällig. sowohl als auch, standen ein junge und ein mädchen im finale, sowohl als auch gewann der kerl, sowohl als auch punkteten beide - sehr irritierend, wie ich finde - mit fester freundin und schwiegersohn image, alex möchte der "neue robbie williams" sein und michi der "neue elton john". (hier gibt es keine diskussion: robbie ist defnitiv und noch lange nicht aufgebraucht!!) ein unterschied zwischen den beiden shows war allerdings: bei uns waren die letzten drei zwei kerle und ein mädel, in deutschland war}s ein mädel, ein kerl und ein kermit auf speed.



unfassbar, das wetter ist genial, fast schon zu geil. ich war vorhin draussen um ein paar videos zurück zu bringen. am graben sitzen die leute schon in den cafes draussen und alle haben grosse sonnenbrillen auf. die leute grinsen alle, sind gut drauf und dass alles wegen dem bisschen sonne. ich kann den sommer kaum noch erwarten - den richtig grossen, heissen, laaaaangen sommer. ohmannohmannohmann. ich werde immer ganz übermütig bei diesem wetter, plappere alles und jeden in grund und boden und bin total überdreht. und das beste ist: mein kollege hat mir versprochen, dass es jetzt nicht wieder viel schlechter wird. er hat mir sein pfadfinderehrenwort darauf gegeben. und sowas gilt!



manchmal, wenn mir danach ist oder auch wenn ich denke, dass es jemanden gerade weiterhilft, erzähle ich, wie ich früher war. extrem schüchtern nämlich. ich der schule redete ich maximal mit drei bis vier mir bekannten leuten gleichzeitig - niemals vor der ganzen klasse. das hatte einen gewissen negativen einfluss auf meine noten. in der zweiten klasse unterstufe erzählte meine englisch professorin meiner mutter beim elternsprechtag, dass sie mich ein paar tage zuvor am gang reden gehört hatte und sehr erstaunt war, weil sie zum ersten mal meine stimme hörte. is} wahr, ich denke mir da nicht aus. wenn ich die strasse entlang ging, hatte ich den blick immer hochzentriert zu boden gerichtet um ja nicht irgendjemanden unverhofft ins gesicht schauen zu müssen. ich hätte damals bei "wetten, dass..." auftreten können: wetten, dass ich die strassen wiens an ihrer pflasterung erkennen kann?
ich erzähle das nicht oft - aber jedesmal, wenn ich es doch tue, schaut mich wieder nur jemand sehr ungläubig an und hält mich für eine lügnerin. ich kann auch nicht sagen, wann oder wie sich das geändert hat. tatsächlich bin ich heute kein bisschen schüchtern mehr. beibehalten hatte ich allerdings, dass ich lieber klein beigab, wenn ich irgendwo nicht nett behandelt wurde. also, wenn der kellner im cafe mich ignorierte, stand ich bestenfalls auf und ging wieder. danach ärgerte ich mich, weil vermutlich nicht einmal jemand bemerkt hatte, dass ich überhaupt da war. oder wenn die wurstverkäuferin den grant auf ihr leben an mir ausliess. dann kaufte ich halt stillschweigend meine wurst und ging wieder. und wieder ärgerte ich mich im nachhinein, weil ich nämlich im grossen und ganzen ein sehr netter mensch bin und wirklich nicht finde, dass ich für den niedrigen lohn für wurstverkäufer verantwortlich zu machen bin. aber man trifft ja nicht nur im dienstleistungs-bereich auf solche menschen. auch in der u-bahn, in clubs, auf der strasse, sie warten im supermarkt vor dir in der schlange oder sie unterrichten deine kinder in der schule. und eines abends sass ich dann auf meine balkon und dachte mir, dass ich doch bitte eigentlich meinen mund aufmachen könnte. ich war doch sonst schon lange nicht mehr schüchtern - warum also liess ich mich von lauten menschen, die im unrecht waren dann so einschüchtern? ich hatte doch jedesmal mindestens ein dutzend antworten im kopf - warum fanden die denn nicht den weg hinaus ??
konnte ich meinen standpunkt klarmachen, ohne unhöflich zu werden ? und wollte ich das ? und wenn ja, wie sollte ich es anstellen ?? ich horchte tief in mich hinein und traf dort auf melanie. sozusagen mein böses ich. sie heisst melanie, weil ich nur melanies kenne, die echte bitches sind. deshalb dachte ich, der name passt ganz gut zu ihr. sie sollte immer dann in den vordergrund treten, wenn es nötig war. wenn jemand gemein zu mir war oder mich ungerecht behandelte, sendete ich ein imaginäres badgirl signal und schon war sie da. und das funktionierte ganz hervorragend und funktioniert noch. wobei sie sich manchmal ganz forsch in den mittelpunkt stellte, wenn es wirklich nicht erforderlich war. in wöchentlichen meeting zb platzte sie einmal mit einer meldung heraus, für dich ich mich nachher bei meiner kollegin wirklich richtig entschuldigen musste. aber eigentlich haben wir uns inzwischen ganz gut im griff, wir haben in den letzten jahren viel voneinander gelernt. und heute sind wir nett und zickig, freundlich und arrogant, sehr lieb und gemein, verständnisvoll und ignorant, ein bisschen bittersweet und vor allem missunderstood.



in der letzten woche von diversen fernsehsendern und auch
radioprogrammen aufgefordert mir doch den neuen j.lo film "manhattan love story" anzusehen. schmackhaft wollen sie ihn mir mit folgender szene machen: jenny steht mit ihrer zimmermädchen kollegin vor einem bett, auf diesem ist ein weisser hosenanzug ausgebreitet. die kollegin redet ihr zu, sie möge diesen doch probieren, noch weigert sich jen. und dann sagt die kollegin folgende worte: "sie hat 36 - du hast 36" - aja, das dürfte dann wohl eine sehr lustige komödie sein... als ob dieser arsch in eine 36 reinpassen würde. die frau glaubt an warme eislutscher ...



klingt interessant.



meine kollegin ist gerade krank, deshalb hab ich das telefon übernommen. und deshalb kann ich heute auch endlich wiedermal mit keilern telefonieren. man erkennt sie schon am hallo sagen. die meisten sind so schmierig, dass man sie nur mit einer scheibe brot ertragen kann. ich lasse sie immer ganz gern erstmal ein bisschen um den heissen brei herumreden und frage dann zielstrebig: "sie wollen mir was verkaufen, richtig?"
und obwohl sie das doch wollen, sind die meisten erstmal still. offensichtlich wurde ihnen eingetrichtert, dass "verkaufen" ein böses wort ist und nicht laut ausgesprochen wird.
am liebsten mag ich die, die ihr gespräch so anlegen, als würden sie mir hier gerade den wahnsinns gefallen tun und überhaupt ist das ja wohl die chance meines lebens, ach was, die chance von zehn leben! die reden am allermeisten und auch so furchtbar geschwollen. man muss zwischendurch immer ganz freundlich fragen: "entschuldigen sie, aber werden sie pro wort bezahlt?"
es gibt allerdings eine firma - die sind der hämmer. ich muss unbedingt mal fragen, wo die ihre telefontrainings abbekommen. die sind echt auf zack. während man sich noch fragt, mit wem man denn da spricht und ob man den vielleicht kennen sollte - klingt eigentlich ganz danach - plaudert man plötzlich schon über den urlaub, übers letzte wochenende, den zuletzt gesehen film, wasauchimmer und während man sich noch fragt, warum zum teufel man gerade übers den urlaub, das letzte wochenende, den zuletzt gesehenen film oder wasauchimmer erzählt oder erzählt bekommt - hat man auch schon toner gekauft und sich freundlich verabschiedet. ich kenn die vorgangsweise, ich kenn die firma, ich bin darauf vorbereitet .... und die kriegen mich jedesmal aufs neue. aber irgendwann krieg ich sie! dann haben wir zwar keinen toner, aber immerhin war ich dann endlich mal schneller als die.



ich war vorhin eben mal schnell unten um mir ein stück pizza zu holen. mit der idee war ich nicht ganz allein, deshalb war vor mir auch noch jemand dran. die frau bestellte eine schinken pizza und der verkäufer fragte: "zum gleich essen?" ein wenig zöglicher gab sie ein "ja" zurück. er schob das pizzastück in den wiederheissmacheofen und wandte sich mir zu. ich verschmierte mit meinen fingern die glasvitrine und bestellte "die und die", dann lächelte ich ihn freundlich an und fügte hinzu - ich geb}s zu, ich hab erfahrung - "zum mitnehmen." in dem moment fiel der frau neben mir auf, dass der kerl ja von ihr gar nicht wissen wollte, ob sie denn die pizza auch isst - sonder ob sie sich diese hier vor ort einverleibt. und diese erkenntnis dürfte sie sehr verwirrt haben, denn ganz hektisch rief sie dem verkäufer zu: "ach so, nein, doch zum essen."
sowas finde ich immer wieder sehr komisch. wie kann man denn beim pizza einkaufen schon so restlos überfordert sein?



der freund einer freundin war eines abends länger unterwegs und er feierte sehr fröhlich und reichlich flüssig. irgendwann war er dann sehr betrunken und beschloss - sehr geistesgegenwärtig - dass es wohl der rechte zeitpunkt wäre, um mit dem auto nach hause zu fahren. er stieg also in sein auto und machte sich auf den heimweg. manche wissen es ja auch erfahrung: wenn man kurz vor dem verlust der muttersprache steht, ist die optik meist auch nicht mehr ganz optimal und das war wohl auch der grund, warum er von der strasse abkam und geradewegs in den wald raste. und mit einer portion glück, die sich andere auf ihre gesamte lebensdauer aufteilen müssen, schaffte er es irgendwie, um die bäume herum zu fahren. links, links, scharf rechts - ahhhhh LINKS !! so ungefähr muss man sich das vorstellen. auf einem kleinen hügel kam sein auto dann zum stehen - ohne auch nur einen kratzer abbekommen zu haben. der fahrer selbst machte das, was wohl jeder mann gemacht hätte. nachdem er festgestellt hatte, dass er nicht einmal eine kleine schramme als erinnerung behalten würde, wollte er aus dem auto steigen um zu sehen, wie es denn dem auto nach der kleinen spritztour durch den wald so geht. beim aussteigen stolperte er über seine eigenen beine, stürzte aus dem auto und brach sich sein bein. und SO ist das leben!



an manchen abenden bleibe ich länger im büro und stürme auf dem heimweg drei minuten vor ladenschluss noch schnell in den supermarkt. an der kasse sitzt dann immer eine nette dame. ich sage ihr brav mein sprücherl auf "ich zahle mit bankomatkarte", sie tippt auf die richtige taste und dann lehnt sie sich immer in ihrem sessel zurück, lächelt mich an und fragt, je nach bedarf: "regnet/schneit/hagelt es noch?" oder "ist es noch immer so heiss?" ich gebe dann immer auskunft über die wetterlage, beginnend mit der momentanen situation und hole dann aus, um über den verlauf des ganzen tages eine kurze zusammenfassung abzuliefern. sie hört sich das auch sehr aufmerksam an und dann steck in meine karte in das dafür vorgesehene fach in meiner brieftasche. meine bankomatkarte ist so ungefähr das einzige in meinem leben,von dem ich immer weiss, wo es ist.
beim verlassen des supermarktes nehme ich mir immer ganz fest vor beim nächsten mal durchdieregalestolpern daran zu denken, dass die frau an der kassa zwar all das den ganzen tag um sich hat - aber sonst nichts. es ist doch eine furchtbar traurige vorstellung, dass man, beim verlassen des arbeitsplatzes nicht mal weiss, wie das wetter heute war. umso erstaunlicher finde ich es, dass die frau an der kassa immer sehr freundlich ist. ich glaube, ihr leben hat diesen täglich-grüsst-das-murmeltier effekt.... und genau deshalb sitze ich wiedermal hier, schaue aus dem fenster und freue mich über mich und mein leben ganz allgemein und im besonderen.



als grosser coke fan war ich gestern sehr angetan von dem gedanken, das neue vanilla coke probezutrinken. tatsächlich werde ich wohl doch eher bei classic coke bleiben - obwohl der vanille geschmack eigentlich ganz witzig kommt. am besten ist aber der erste schluck, weil sich nämlich, gerade wenn man zu der überzeugung gelangt ist, dass es doch bloss einfach wieder nach coke schmeckt, der vanille geschmack im mund breit macht, wenn doch die limonade schon lange runtergeschluckt wurde. blumiges vanille aroma im abgang müsste es wohl richtig heissen.



eigentlich wollte ich diese geschichte ja unter den teppich kehren... andererseits können wir nicht immer alle auf der bühne stehen. irgendwer muss ja auch in den rängen sitzen und applaudieren.
gestern vormittag kam eine kollegin in mein büro. sie blieb vor mir stehen, hielt eine hand auf den bereich unter ihren linken brust gepresst und sagte sehr ernst: "du, ich habe hier plötzlich so einen druck." ich sah kurz auf und nickte. diese kollegin mag ich eigentlich ganz gern, gehe aber auch ganz gern ein wenig auf abstand. sie kommt aus dem therapeutischen bereich und sehr viele dieser leute haben es an sich, eine gewisse dramatik mich sich herumzuschleppen. alles wird immer bis ins letzte detail hinterfragt, zerlegt, analysiert, durchschaut, geklärt und dann doch wieder umgedreht. alles ist unheimlich ernst und das leben an sich ein sache, die man bitteschön mit sehr viel konzentration angehen sollte. und sie sind auch ein kleines bisschen aufdringlich - so auch die kollegin. ich meine das gar nicht böse, es ist vollkommen in ordnung, dass sie so ist. mir werfen die leute ständig vor, dass ich ständig ungefragt meine meinung zu allem äussere. einmischen ist wohl der handelsübliche ausdruck dafür. und der vorwurft ist auch vollkommen richtig. ich mische mich ein, gern und häufig und so ziemlich überall, wo ich es als nötig ansehe. mein motto lautet nun mal: never sit at a table, when you can stand at the bar. oh wow, halt, das ist das falsche motto.... das richtige lautet natürlich: besser zu oft eingemischt als den mund gehalten und es später bereut. zurück zu meiner kollegin. ich finde sie sehr nett, ich nehme sie auch ernst - ich mag nur diese übertriebenen oh-gott-oh-gott gespräche nicht, wenn es eigentlich um nichts geht. ich konzentriere mich dann immer akut aufs kaffee aus der maschine flippern oder auf den inhalt des kühlschranks oder zur not kippe ich auch kurzfristig auf die tapete rein. nennen wir es einfach: wären die gespräche mit ihr ein mail, würde es definitiv kein rotes wichtigkeit:hoch rufzeichen bekommen. nun stand sie da also, beklagte sich über einen druck in der brust und ich nickte kurz und schaute schnell wieder auf meinen bildschirm, um ja keinen lustigen small-talk führen zu müssen. die augenwinkel sendeten an das gehirn die unignorierbaren signale, dass sie da aber stehen blieb - in exakt derselben haltung verweilte und mich einfach weiter ansah. "na gut" dachte ich, "was soll}s. nimmst du dir einfach die zwei minuten und plauderst ein wenig mir ihr." mit einem ich-bin-etwas-genervt-tue-aber-so-als-würde-ich-es-mir-nicht-anmerken-blick sah ich sie wieder an, lehnte mich in meinem sessel zurück und - so als hätte sie gesagt "feines wetter heute" und ich würde zwar nicht antworten wollen, sag aber gnädigerweise und gelangweilt darauf "ach naja, ich finde es ein wenig kühl" - fragte ich in einem ton, der an gespieltem party-small-talk nicht den leisesten zweifel liess: "und, hat du sowas öfter?"
kurze zeit später rief ich den notarzt und die nahmen sie dann mit ins krankenhaus. sie ist inzwischen wieder wohlauf, falls es jemanden interessiert. fakt ist wohl: ich bin auf jeden fall die person, die man in seinem rettungsboot unbedingt dabei haben sollte.



"hey, das ist ja eine freude dir wiedermal über den weg zu laufen!" knallt es gegen meinen hinterkopf. ich drehe mich um und sehe in ein gesicht das mir bekannt vorkommt. ich fange gerade an mein charmantes hallo-lächeln aufzusetzen, als mein gehirn endlich den passenden namen und hilfreiche infos zu dem gesicht ausspuckt - und mein charmantes lächeln wird fliessend zu einem aufgesetzen ach-so-du-bist}s-grinsen. warum, warum nur?? warum muss ich heute morgen ausgerechnet ihr über den weg laufen? der hatte ich doch schon vor zehn jahren nichts zu sagen, als wir noch kolleginnen waren. ich meine, es ist freitag - das wochenende startet heute und als mich mein radioweckerl lustig in den tag klingelte war eines längst klar: ah! i feeeel good. gut, in der u-bahn station war es dann schon wieder vorbei damit, weil ich mir anhören musste, was sich in den letzten 18 monaten so bei ihr getan hat. damals liefen wir uns nämlich blöderweise auch ein paarmal über den weg.
ich schaltete also ein kleines bisschen auf durchzug und hielt blickkontakt mit einer freunlich aussehenden dame, die sich mit uns den u-bahn-vierer-bob teilte. kontakt zur aussenwelt ist wichtig - zur sicherheit, man weiss ja nie.
ganz offensichtlich hatte ich den deut zu viel auf durchzug geschalten, denn mir passierte ein schlichtweg saubdummer fehler.
als sie mit einem leise angedeuteten hauch von einem vorwurft meinte, sie hätte mir zu weihnachten eine sms geschickt, hätte ich mit grossen unschuldsengerlaugen auf den blöden blöden anbieter schimpfen können und behaupten sollen, ich hätte es nie bekommen. ich aber sagte vorschnell: "och, ich hab ja eine neue handynummer." verdammt! gedanklich schlug ich mir mit der faust mehrmals selbst gegen die stirn und gab mir obendrein noch eine ohrfeige. sie zuckte natürlich sofort ihr mobiles und war auch schon eifrig am nummer ändern. ich muss sagen, dass es mir sehr oft sehr leicht fällt, ein bad ass zu sein. hier hab ich es aber dann doch nicht geschafft auf die frage nach meiner neuen nummer einfach zu sagen: "ich kann dir meine nummer leider nicht geben, weil du mich nämlich sonst anrufst. und das gilt es auf jeden fall zu vermeiden." ich hab also ganz konzentriert und sehr unabsichtlich einen zahlendreher eingebaut. kann passieren, ich meine, wer weiss, wenn ich mir die haare mal ganz ausdauernd wasche, vielleicht bin ich dann ja blond ?
als sie dann endlich aussteigen musste, deutete sie mir von der tür noch, dass sie mich anrufen würde. ich nickte begeistert mit dem kopf und zeigte ihr den finger - genau genommen, wars aber nur der hochgestreckte daumen. als sie dann endlich wirlich weg war, drehte ich mich zu meinem sohn und sagte: "ok, entweder wir fahren früher oder später - aber das hier, geht ja wohl gar nicht."
die lady, die bei uns sass grinste mich an und nickte verständnisvoll.
das wirklich ärgerliche an der geschichte: bevor ich mich gestern abend in mein wirklich grossartiges bett zurückzog, bezog ich vor meinem bücherregal stellung um mir ein buch zum wiedermallesen auszusuchen. es gibt da eine region in dem regal, aus der ich mich zu diesem zwecke immer wieder mal gerne bediene. gestern aber schaute ich stur an eben dieser region vorbei und konzentrierte mich auf bücherrücken, die ich schon länger nicht mehr beachtete hatte. dabei stiess ich auf ein dünnes, eher kleines violettes buch.
oh! mein! gott! - ich hatte es ewig nicht mehr in der hand gehabt. somit war die entscheidung also gefallen. die ersten paar seiten zu lesen war, wie wenn man als erwachsener wiedermal in seine alte schule kommt. so vertraut, so angenehm - ein bisschen so, wie wenn man sich im winter noch kurz nackt vor die offenen balkontür stellt und dann ganz schnell in die wanne mit heissem wasser hüpft.
leider kam ich gestern nicht mehr sehr weit, weil die wohligkeit wohl zu gross war und mich ziemlich schnell einschlafen liess. aber, ich freute mich beim einschlafen schon aufs u-bahn fahren, weil ich dann doch weiterlesen können würde. naja, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. aber das wird mir diese überlebende gehirnspenderin noch büssen!



 
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