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ich hatte heute einer unterredung mit dem boss, um ihn zu überreden, sowohl mir als auch der kollegin die ebenfalls mama ist, frei zu geben am zeugnistag. vorhin erzähle ich dann littleguy, dass ich am freitag frei habe und er fragt mich daraufhin ganz ernsthaft: "hey, holst du mich dann von der schule ab ?" und ich sagte: "naja, eigentlich wollte ich ausschlafen. aber ich kann dich auch von der schule abholen." und er sagte: "cool." und ich sagte: "du bist ein spinner. klar komm ich mit zur schule. du holst den blöden wisch und ich geh mit den mamas was trinken und dann kommt ihr kids nach und wir feiern ein bisschen. deshalb hab ich mir doch frei genommen."

er grinste bloss und ich habe keine ahnung, ob der zwerg mich verarscht hat oder mich tatsächlich für so eine rabenmutter hält.



heute nachmittag besuchte ich meine kollegin in ihrem büro. wie immer sass ich auf ihrem rollwagen von ikea und auf ihren unterlagen, die auf dem wagen liegen. ich rauchte nicht, weil ich doch meinen nikotionkonsum einschränken will und erst vor kurzer zeit eine geraucht hatte. wir plauderten ein wenig und sie sagte:
"na, der prinz von dem wir vor kurzem gesprochen haben, lässt ganz schön auf sich warten." und ich lachte und sagte: "vielleicht weiss er nicht, dass er erwartet wird und lässt sich deshalb zeit."
und sie erzählte mir, von einer freundin, die sie gestern abend getroffen hatte. diese wiederum hat eine kollegin, die beziehungen hat die gut funktionieren, irgendwann ist es nicht mehr ganz das was sie will, sie beendet das ganze, hat kurz drauf wieder eine beziehung und die läuft dann wieder für einige zeit sehr gut. der punkt dabei ist, dass diese frau niemals schlimme trennungen oder heartbreaks hat. irgendwann hat man sich auseinander gelebt oder stellt einfach fest, dass man sich zwar sehr gut versteht, es aber nicht die grosse liebe ist und trennt sich in frieden und in freundschaft. die frau sagt, wenn eine beziehung zu ende geht, weiss sie, dass etwas nachkommen wird, das auch gut sein wird.
meine kollegin sagte weiter: "das ist das selbe, wie die mutter meiner freundin sagt. wenn sie schon mit der einstellung, dass sie ohnehin nicht genommen wird, zu einem vorstellungsgespräch geht, wie sollen die sie denn nehmen ??"
um der wahrheit die ehre zu geben, liess mich die geschichte der frau mit den tausend guten beziehungen ziemlich kalt. aber der rest tat weh, ganz plötzlich. und mir schoss ein gedanke durch den kopf. "wenn du selbst nicht denkst, dass du es dir verdient hast und es wert bist, wie soll das denn dann funktionieren?"

ich rede viel von selbstwert und das man den richtig einschätzen muss. heute habe ich begriffen, dass ich bisher nichts begriffen hatte. ich hatte seit dem letzten sommer an meinem selbstwert gearbeitet, ihn hochgeschraubt. auf dem heimweg sah ich mir selbst in einer auslage in die augen und dachte mir: "so, und jetzt sag mir, wohin hast du deinen selbstwert geschraubt?" und die traurige antwort lautet wohl: von -5 auf 0. und null ist nicht viel, gar nicht viel.

ich kann mich selbst gut leiden. ich habe nicht das bedürfnis everybodys darling zu sein. ich denke was ich sage, und sage oft was ich denke. ich komme mit mir selbst klar. aber das bin nur ich in meiner welt. wenn andere mir nette dinge über mich sagen, freut mich das zwar - aber im grunde meines herzens nehme ich es nicht ernst. ich habe dann das gefühl, dass ich den leuten sagen müsste, dass sie sich irren. ich habe das gefühl, sie eingetrickst zu haben. ich verstelle mich nicht - ich denke nur, dass die leute nicht alle aspekte meines ichs mitbekommen haben. und der andere part den teil, den sie mögen, neutralisieren würde.

wenn ich mir meine freund ansehe, dann sehe ich kluge, hilfsbereite, warmherzige und ganz wundervolle menschen. sie sind beautiful, jeder für sich und jeder auf seine ganz eigenen art und weise. doch wenn man mich fragen würde, warum ich diese freunde habe, dann würde ich wohl sagen, dass ich einfach glück gehabt habe. es heisst, jeder mensch hat die freunde, die er sich verdient. so hab ich das nie gesehen. nicht für mich.

die frage die ich mir heute als stellen musste, war: würde ich mich selbst als freundin selbst empfehlen? sowohl einfach nur als freundin, als auch in romantischer hinsicht. ich hätte mich so gern angelogen, mich eingetrickst. aber das funktioniert nicht. du kannst es versuchen. aber im endeffekt steht du zu hause vor dem spiegel, siehst dir selbst in die augen, stellst dir diese frage und während du noch überlegst, wie du es so hindrehen kannst, dass wenigstens etwas halbwegs gutes dabei herauskommt, streichelt dir auch schon die erste träne über die wange.



das hat was. ich schlender durch das büro einer kollegin, lasse mich auf ein wenig small talk nieder, sie erzählt etwas und lässt am rande dieser erzählung eine bemerkung fallen - und dann sitzt man da und mit der heftigkeit und auch der geschwindigkeit, mit der man ein streichholz entzündet, schlägt einem die erkenntnis mit der faust auf die stirn. nur einmal, dafür aber ziemlich kräftig.

und ich bin jetzt schon gespannt, wohin es mich führt, wenn ich den gedanken erstmal hab sickern lassen.

würde ich wohl gern mein freund sein ??



gestern abend lümmelte ich auf meinem sofa herum und ich muss schon sagen, als couch potatoe mache ich eine verdammt gute figur. im fernsehen lief der film "cruel intentions", von dem ich schon wieder einmal den deutschen titel nicht weiss. die ganze geschichte ist ja wenig mitreissend und sehr oberflächlich gespielt und warum muss ryan phillipp am ende auch immer sterben ?
der film hat nur eine wirklich richtig gute szene und die spielt beim indoor pool. da steht dieser kerl vollkommen nackt und trocknet sich ab.
wie gesagt, den film finde ich nicht besonders gut. aber der arsch von herrn phillipp hat sich auf jeden fall den nebenrollenoscar verdient.



als littleguy noch in den kindergarten ging, hatte er einmal gegen ende des winters eine richtige depro-phase. er wollte nicht spielen, er wollte nur herumhängen. damals wohnte mein ex-freund noch bei uns und wenn er frei hatte, durfte littleguy zu hause bleiben und den kindergarten schwänzen.

ich sass in meinem büro und war busy doing something close to nothing, but different than the day before, als das telefon klingelte und der damalige noch-freund sagte: "du miss, dein vater war eben da, weil ich mir werkzeug von ihm ausgeborgt habe. er hat erzählt, dass er diese woche urlaub hat und littleguy hat daraufhin seine sache gepackt und ist mit ihm mitgegangen. er sagt, er kommt am freitag wieder. ich hoffe, dass das ok ist - er ... ähm.... ist nämlich schon weg."

damals musste ich mich kurz erst einmal sammeln. der kleine kerl hatte damals einfach sein zu hause und somit auch mit vorerst satt. er brauchte eine auszeit. er brauchte einen urlaub. und er wagte den break out. ich hab mich bemüht, es nicht persönlich zu nehme und als er am wochenende wieder nach hause kam, war er relaxt und fröhlich und erholt. smarter littleguy.



haben mit "aicha" einen wirklich netten song hingelegt - das muss man schon sagen. hat irgendwie gut getan, ihn vorhin eben im radio zu hören.

ärgerlich dafür, dass manche menschen einfach keine rücksicht auf meine ungeduld nehmen können. pharrell williams kündigt - endlich!! - sein soloalbum an und lässt mich jetzt drauf warten.



ich habe ein vorurteil gegen coelho leserinnen, immer schon. doch jetzt habe ich eine neue gruppe entdeckt, über die ich immer nur den kopf schütteln möchte und auch kann: die frauen, die das wort "bezüglich" immer und auch wirklich immer falsch an- und verwenden.

seit gestern ist meine toleranzgrenze im sinken begriffen. eigentlich sollte man ja allen und jedem das beste wünschen. magischerweise finde ich das bei menschen, die einem in der u-bahn anpöbeln einfacher, als bei den menschen, die ich fast ständig um mich habe. während die anderen erzählen, dass sie sich auf ihren urlaub freuen, weil sie dann nicht ans telefon gehen müssen, ihnen termine egal sein können usw..., freue ich mich einfach darauf, meine kollegen nicht sehen zu müssen. sie haben nichts ärgerliches gemacht, nicht wirklich, nicht mehr als sonst.

sowas habe ich manchmal. von einer sekunde auf die andere, nerven mich menschen oder auch einfach die umgebung und dann muss ich weg. gleich und sofort, zum verabschieden bleibt keine zeit. für erklärungen auch nicht.

es geht aber auch gar nicht um alle kollegen, bloss um ein paar. gestern nachmittag musste ich mir selbst auf die finger beissen, um eine davon in der küche nicht anzuschreien und ihr zu sagen, wie sehr mich ihr barbiegetue und prinzesinnenhaftigkeit nervt.
und auch wie unnötig ein "bezüglich" da ist, wo sie es einsetzt.

eine andere könnte sich das wort "extra-wurst" auf die stirn tätowieren, denn ganz offensichtlich glaubt sie ernsthaft, dass für sie immer die ausnahmeregelung zutrifft. sie ist der erste mensch, der es schafft, mit grosskotzigkeit ein dutzend andere zu tode zu langweilen. sie fängt an zu erzählen und als zuhörer zieht man tod umfallen sofort als brauchbare alternative in betracht.

ok miss, so geht das nicht. such die sonne, such die hellen punkte dieser woche. also... da hätten wir den morgigen abend mit meinem buddy. und donnerstag abend hat ein freund von mir eine abschlussveranstaltung - das dürfte auch ganz nett werden. am samstag startet wieder das film festival am rathausplatz. das heisst, ab montag kommt man auf dem nach hause weg wieder bei den jungs vom havana club und ihrem cuba libre vorbei.
na bitte, geht doch. die woche hat noch sechs tage und ich habe hier drei sehr helle lichtpunkte. das muss reichen. das muss wirklich reichen.



wir haben eine praktikanten, den ich heute feierlich mit quellwasser auf stev-o umgetauft habe. der kerl meldet sich zu jedem sportlichen einsatz sofort freiwillig und hat eine sehr apokalyptische art mountain zu biken oder ski zu fahren oder auch zu laufen, etc.... am montag kommt er immer mit aufgeschundenen kinn, gehirnerschütterung, schwer lädierten kniescheiben und ellbogen, usw... aber er hat einen mordspass dabei. dabei sieht er gar nicht so aus. wirkt wie ein verweichlichter 19. bezirk schnösel. das ist aber nur die hülle. innen drin ist aber jackass pur.



am freitag fragt mich ein kollege "und miss, warst du am mittwoch anbend noch aus ?" und ich antwortete: "nö, nicht richtig. war bloss nach der arbeit noch auf drinks und war um halb vier zu hause." er sagt: "halb vier ist aber eine ganz brauchbare zeit. wenn ich noch auf einen drink nach der arbeit gehe, bin ich gegen mitternacht und kurz danach zu hause."

stimmt, da hat recht. ich stellte fest: sechs stunden in einem club zu verbringen, zählt für mich offensichtlich nicht als richtige party. und warum nicht ? weil ich gegangen bin, als der dj noch songs spielte. weil ich dort ein paar mehr leute, als bloss die aufräumenden kellner zurückliess.

ich bin und war schon immer, ein recht massloser mensch. wenn ich in eine buchhandlung gehe, um ein bestimmtes buch zu kaufen, kaufe ich mindestens fünf. wenn ich für jemand anderen eine cd besorgen soll, kaufe ich mir bei der gelegenheit selbst mindestens drei. wenn ich losziehen, um eine (1) bestimmte cd zu kaufen..... wenn ich gerade nicht so viel motivation übrig habe und erstmal ein wenig pause machen will, raste ich den ganzen tag. und in der letzten zeit stelle ich fest: wenn ich eine zigarette rauchen will, rauche ich eine packung. mein nikotion konsum hat extrem zugenommen. und das nur, weil ich aus den augen verloren habe, warum ich eigentlich rauche.

als ich eine woche lang fastete, rauchte ich auch nicht. und einige leute sagten damals: "na dann hör gleich auf." aber ich wollte nicht. ich rauche gern. ich kann das geniessen. geniesse ich es ? nein. tu ich nicht mehr. nicht einmal in den momenten, in denen eine zigarette wirklich gut wäre. aber diese eine ganz wundervolle zigarette geht in der fülle derer, die ich aus langeweile und/oder gewohnheit rauche, einfach unter.

genau deshalb habe ich am donnerstag angefangen, wieder nur dann zu rauchen, wenn ich zeit und vor allem wirklich lust habe.
seitdem rauche ich immer noch an der selben packung. es läuft zwangsläufig darauf hinaus, dass ich eigentlich nur noch alleine oder vielleicht maximal zu zweit rauche. und jetzt ist es auch wieder fein, richtig fein.



gestern war ich im einsatz. beim fest. beim inselfest. beim donauinselfest.

vormittags war es sehr ruhig und angenehm. ab mittags sass ich dann in einem liegestuhl im sand und schaute beim beach handball zu. bis gestern hatte ich noch nicht einmal gewusst, dass es das überhaupt gibt. aber die nummer 13 des serbischen teams hatte mich recht schnell davon überzeugt, dass einem beim stundenlangen zuschauen dennoch nicht langweilig wird. ich war zwar die einzige, die im match serben vs. floridsdorfer für die serben jubelte, die waren aber auch sehr viel besser. das konnte ich sogar als laie seien. die spielten einfach mit mehr spass und liessen die verbissenheit gleich neben dem mais am spielerbuffet liegen.

ich muss allerdings gestehen, dass ich teilweise vom spiel abgelenkt wurde. gleich nebenan wurde nämlich für a1 beach volleyball gespielt und die garderobe container grenzten direkt an unseren "strand" - da kann man leicht mal auf handball vergessen...

dann kam der abend und es wurde laut. und viel. und tief. mir fiel auf, dass ich - wenn überhaupt - immer nachmittags beim donauinselfest war. und dann strebte ich auch immer einen bestimmten programmpunkt an und ging danach wieder nach hause. den abend auf der insel kannte ich gar nicht. und heute kann ich sagen: auf die erfahrung hätte ich gut und gerne auch verzichten können. spätestens alle 10 meter liegt ein sehr minderjähriger am boden und sieht aus, als wäre er tot. oder auch: lieber tot. offensichtlich gelten die gesetzte zum thema "verkauf und ausschank von alkohol an jugendliche" auf der insel nicht.

ich habe noch nicht gehört, wie es gestern nacht war - die nacht davor war ein horror, so wurde mir gestern erzählt. sturzbetrunkenen jugendliche warfen mit flaschen auf die aufgestellten container und landeten kurz später in den scherben. die polizei steht dabei und sagt "na, wos soll i do mochn??"

erschreckend, wie grosse menschenmassen sich auf den einzelnen auswirken. die sicherheit, in der menge unterzugehen und das wissen, dass sich in wahrheit niemand darum kümmert, was hier passiert, ist richtig hart. eine frage der zeit, bis dort etwas wirklich richtig schlimmes passiert und ein versuch unternommen wird, die menge doch ein wenig unter kontrolle zu halten. auf dem weg zu u-bahn sah ich mich um und dachte mir immer wieder: "und das ist es, was die spö hier alljährlich veranstalten will ?? das grösste besäufniss des pöbels in europa ??" tut mir leid, aber ein besserer ausdruck konnte von mir nicht gefunden werden. die stimmung dort hatte was beängstigendes.

ich stehe nicht sehr auf mobiclos - deshalb ging ich zweimal zu diesen toilettenwagen mit klofrau. die 50 cent war mir das schon wert. beim ersten mal ging ich allein. beim zweiten mal nahm ich einen security mit. ich muss ganz ehrlich sagen: wenn ich mich durch grössere menschenmengen bewege und die möglichkeit einer persönlichen begleitung gegeben ist, nehme ich die gerne wahr. mir würde schon nichts passieren, aber einen starken mann an der seite zu haben, der auf einem aufpasst, hat schon was eigenes. ich will den männern, die ich sonst so kenne, nicht zu nahe treten. aber jemand der dafür bezahlt wird, ist einfach etwas anderes. wenn ich mal reich bin, werde ich mir einen ganz persönlichen bodyguard zulegen. just for the taste of it.

im laufe des abends holten wir jemanden vom parkplatz ab und shuttelten ihn mit einem van durch die massen. das war anfangs cool. und dann wurde es ganz schnell furchtbar. nach ein paar minuten hast du das gefühl, sie alle gesehen zu haben - all die herumtorkelnden, bierflaschen mit sich herum schleppenden, mit vampiraugen ins auto hineinstarrenden menschen. als wir ankamen, hatte ich kurz einmal angst davor auszusteigen und mich wieder "ungeschützt" bewegen zu müssen. das auto hatte eine grenze gezogen. wie bei dirty dancing: mein bereich. dein bereich.

ok, ich gebe es zu: ausserdem stehe ich nun mal auf special treatments. das problem damit ist, dass man sich viel zu schnell daran gewöhnt.

aber jetzt und hier auf meinem balkon zu sitzen, p. diddy zu hören und sonst einfach nur ruhe zu haben, ist wohl mein heutiges hoch. hochhoch. hochhochhoch.



ich bin heute sowas von unwillig, sowas von witzlos - also ich und alles andere sowieso. ich will nicht hier sitzen und mein problem ist: wenn ich etwas nicht machen will, tu ich es auch nicht. vorhin kam die anfrage des chefs, ob ich nicht wenigstens so tun will, als ob ich etwas machen würde. aber noch nicht mal dazu hab ich lust. ich sitze bloss hier und schau langsam durch die gegend. ich will noch nicht einmal nicht wollen. ich will noch nicht einmal rauchen. hin und wieder steh ich auf, geh einfach drauf los und schaue, wohin ich gehe.

heute ist wieder einer dieser tage, an denen ich über mich selbst in der dritten person denke.

zudem sind meine zehen ganz traurig, weil sie lieber zu hause geblieben wären. der rest des körpers hat sich solidarisch erklärt.

hab schon versucht auf die uhr zu starren, in der hoffnung, die zeit würde ganz plötzlich vergangen sein. hat aber nicht funktionieren, nicht einmal annähernd, nicht einmal ein bisschen, in wahrheit also überhaupt nicht bis noch weniger.

zudem fühle ich mich ein wenig scheinheilig. allen um mich herum versuche ich die positivität sozusagen mit dem nackten arsch ins gesicht springen zu lassen - und selbst bin ich hier gerade sowas von gleichgültig. und die frage ist nun: ist gleichgültigkeit nicht schlimmer als negatives herumgemotze ?? aber eigentlich ist mir das wiederum auch schon wieder egal.

vielleicht sollte ich die vertröstungstaktik anwenden ? wenn mir zb kalt ist, denke ich mir: "jetzt ist mir zwar kalt, aber später wird mir wieder ganz warm sein und ich werde dann auch schon gar nicht mehr wissen, wie es sich angefühlt hat, zu frieren. ich werde mich zwar erinnern, aber es wird mir schon nicht mehr so schlimm vorkommen." und damit vertröste ich mich also auf den zeitpunkt, an dem mir wieder warm ist und das funktioniert. ich sollte einfach nicht mehr über den heutigen tag nachdenken, bis ich wieder zu hause bin.

in der zwischenzeit könnte ich mir die zeit vertreiben, indem ich unserem praktikanten ein wenig auf die nerven gehe. oder ich könnte schauen, ob wir einen scooter im büro haben und ein wenig im kreis fahren. den rollstuhl haben wir ja leider schon wieder zurückgebracht. mit dem wäre ich jetzt gerne eine runde gefahren. war ein eigenartiges gefühl. ich bin zuvor nie in einem rollstuhl gesessen. hat mich an meinen opa erinnert. und sobald ich in dem stuhl hier drin sass, bildete ich mir ein, ich könne meinen opa wieder riechen.....

zum plaudern ist heute auch nicht wirklich jemand da. zwei kolleginnen habe frei und eine ist im stress. die anderen lassen sich eher unterhalten und das geht heute leider nicht.

ich will ja noch nicht einmal meinen kopf selbst hochhalten. deshalb habe ich ihn auf meine flasche nestle wellness gestützt. den abdruck des stöpsels am kinn behalte ich sicher das ganze wochenende über. wenn man den kopf abstütz, fällt einem erst auf, wie schwer dieses ding eigentlich ist. ich sollte demnächst mal ausmisten und alles schwere rausschmeissen. oder auch einfach alles wegwerfen und von vorne anfangen mit sammeln. oder aber ich lass es so und nehme überall hin die flasche mit.

eben hat meine tante angerufen. ich hasse diese anrufe. ist schon der zeite in der art innerhalb von zwei tagen. in meiner familie wird unheimlich viel geredet und im vergleich dazu verhältnissmässig wenig gewusst. fühlen sich die leute in meiner familie erst wohl, wenn sie sich sorgen um mich machen können ?? grundsätzlich glauben sie immer, mir alles erklären zu müssen. ich weiss aber selbst, was gut für mich ist und ich bin alt genug, um nicht mehr ausdiskutieren zu müssen, warum ich was wie mache. ergo erzähle ich nichts mehr und seitdem kommen ständig diese "die oma macht sich sorgen, weil deine mama sagte ihr und dann rief sie mich an, aber wir haben ihr gesagt, sie soll sich keine gedanken machen - aber ich weiss eigentlich gar nicht, was du da machst." und nie ruft der sorgenmacher selbst an und immer jemand, der sich um den sorgenmacher sorgen macht. bis auf meine mama - die ruft selbst an und sagt: "kind, ich hab mir sorgen gemacht." und ich sage dann: "mom, du hast gestern ein sms geschrieben und ich kam in der sekunde nicht dazu dir zu antworten und hab drauf vergessen. vorhin hast du angerufen, da war ich unter der dusche. alle kein grund um die stirn in hush puppy manier zu falten. mach dir lieber sorgen, wenn ich anrufe - denn dann brauche ich wieder was." man muss ihr aber zu gute halten, dass sie inzwischen verstanden hat, dass ich lieber alles alleine mache und mich melde, wenn ich was brauche. ich bin ein lone ranger und littleguy ist mein lone ranger assistent.



littleguy war bei einer party eingeladen. die kids fuhren gestern, unter aufsicht der mama des geburtstagskindes, mit dem zug nach graz und kamen heute abend wieder zurück nach wien.

gestern morgen sass ich also mit littleguy in der u-bahn und er hatte seinen rucksack und auch seinen schlafsack dabei. wir schauten aus dem fenster und er fragte ganz lässig: "und, was machst du morgen?"

als ich ihn dann vorhin vom bahnsteig 19 abholte, mussten wir unbedingt noch in den kiosk beim eingang, weil wir doch diese woche noch keine mickey maus gekauft hatten. wobei kiosk die absolut falsche bezeichnung für den laden ist. es gibt dort acht millionen zeitschriften in noch mehr verschiedenen sprachen und irgendwo dazwischen auch ein paar bücher. ein freund von mir kaufte sich mal für entertainment zwecke eine zeitschrift dort und fünf minuten nach der abfahrt des zuges rief er mich an und sagte: "ich vollidiot habe mir die italienische ausgabe gekauft."
an der kassa dieses ladens liegt "stupid white men" neben "die welle" und gleich neben der auf bahnhöfen obligatorisch käuflich erwerbbaren ausgabe von "wir kinder vom bahnhof zoo" liegt stephen hawkings "das universum in der nussschale". diese auswahl hat mich amüsiert.

zudem wusste ich nicht, dass man am südbahnhof für 3 euro duschen kann. das erlebnis steht zwar nicht auf der liste der dinge, die ich unbedingt einmal ausprobieren muss, dennoch ist es gut zu wissen, dass diese drei euro weder handtücher noch seife beinhalten.

und dann stellte ich während des wartens auf den zug noch fest, dass ich eigentlich sehr gerne spontan in den zug richtung venedig gestiegen wäre. leider war keiner da. ich könnte aber dennoch ein sms an meinen chef schicken und einfach so tun, als wäre ich auf dem weg nach italien. vielleicht ist das alleine ja schon erholsam ?



dieser film läuft eben im fernsehen. boy meets girl, die beiden verlieben sich und müssen hart für ihre liebe und ihr glück kämpfen - und beide sind geistig behindert.
vor dem ersten sex malen sie in einem buch stellungen an, die funktionieren könnten und sagen, was ihnen gar nicht gefällt. als er sie fragt, ob sie nun startklar ist, sagt sie: "lass uns auf den nächsten feiertag warten. feiertage sind etwas besonderes." und er antwortet: "ich fühle mich heute schon besonders." und sie sagt: "aber an thanksgiving gibts truthahn."

leider leider leider muss ich mich jetzt auf den weg machen, um littleguy abzuholen. auf dem weg kann ich in ruhe darüber nachdenken, ob es dumm ist, in so einem fall zu denken, dass man so eine liebe auch haben möchte.



 
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