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im jänner letzten jahres war ich mit m. eines samstag shoppen. wir waren in der shopping city und was wir eigentlich kaufen wollten, weiss ich nicht mehr. auf jeden fall haben wir mal wieder sehr viel zeit damit verbracht, uns durch diverse cds zu horchen und ein paar davon auch mitzunehmen.

später sassen wir in diesem seltsamen 50ies restaurant, in dem auf jedem tisch kleine wurlitzer stehen und die hot dogs in diesen roten plastikkörbchen serviert werden. wir tranken cherry coke zu unserem mittagessen, schmissen coins in die musikmaschine an unserem tisch und wünschten uns tolldreiste lieder.

bei conny & peter liessen wir dann die pommes pommes sein und sangen begeistert mit:

sag mir was du denkt.

möchtest du das wissen?

du, ich weiss es längst.

meinst du etwas küssen?

tun als ob nicht wär, fällt mir schrecklich schwer -
seit ich dich sah.

däääbubadu - dadibidudei ....

daran musste ich vorhin denken. in den letzten monaten bot sich leider gar keine gelegenheit um zusammen so ausgelassen herumzublödeln. aber das macht nichts. hier zu sitzen, an meinem wasser zu nippen, daran zu denken und dabei zu lächeln macht mir bewusst, wie fein es ist, einen m. zu haben.



habe ich mir drei minuten vor dem abschwirren ins laaaange wochenende noch reichlich hacke aufgebrummt. fein. macht aber nichts. kann mich ja irgendwo draussen hinsetzen und tüfteln.



als ich noch ein kind war verbrachte ich meine ferien immer teilweise bei meiner oma am land. am liebsten war es mir, wenn wir alleine waren. dann war ich omas liebling und durfte machen was ich wollte. aber manchmal war auch meine tante mit meinen damals noch zwei kleinen cousinen da.

eines morgens sassen wir beim frühstück im garten und die sonne gab ihr versprechen ab wiedermal für einen brütend heissen tag zu sorgen. meine mutter und meine tante kamen auf die idee eine wanderung zu planen. während die beiden brote schmierten und rucksäche packten, motivierte ich das schwer übergewichte nachbarsmädchen uns zu begleiten und so machten wir uns am späten vormittag auf den weg.

der berg den wir bewandern wollten, war nicht sonderlich hoch. aber bergauf ist bergauf, da kann man nichts dagegen sagen.
die sonne hielt ihr versprechen und ziemlich schnell wurde uns klar, dass die beiden damen schon mal klügere ideen als diese wanderung hatten. spass machte es dennoch.

auf dem heimweg kamen wir durch die strasse,an der all die weinkeller lagen. und vor einem dieser keller sass ein alter mann auf einem kleinen hocker. er trug einen karierten hut und hatte beide hände vor sich auf dem spazierstock gestütz. da meine meine grossmutter grossen wert auf umgangsformen legt, grüssten wir ihn höflich, so wie sie es uns beigebracht hatte. er grüsste freundlich zurück und fragte, ob wir spazieren gingen. wir erzählten von unserer wanderung und dabei fiel unser blick auf eine kleine himbeerplantage, die neben dem keller vor dem er sass, sehr viel platz einnahm.

im garten meiner oma gab es auch himbeeren. aber um an die zu gelangen, musste man sich durch einen schmalen weg zwischen hausmauer und stachelbeerstrauch quetschen und man konnte noch so verwegen oder vorsichtig vorgehen - man kam immer komplett zerkratzt und zerstochen von der himbeermission zurück.

die himbeeren dort neben dem keller waren jedoch ganz anders. die sträuche waren hochgebunden wie weinreben und man konnte ganz bequem stehen und sich die beeren direkt in den mund schmeissen. es waren unmengen von frischen und perfekt geformten früchten und der mann muss unsere gierigen blicke wohl gesehen haben, denn er fragte uns, ob wir nicht ein paar davon probieren wollten.

wir stürmten die plantage und konnte nicht genug von den himbeeren bekommen. der alte mann sagte, wir sollten uns einfach ein paar mit nach hause nehmen und wir antworteten, dass wir doch hier unmöglich seine himbeeren einfach so mitnehmen konnten. doch er vollführte dieses weise lächeln, dass nur alte männer so lächeln können und sagte, dass es viel zu viele himbeeren für ihn sein würden und die meisten davon einfach jeden sommer verfaulten. "in dem fall", dachten wir uns "ist es ja eigentlich fast unsere pflicht, die beeren zu pflücken und mitzunehmen."

jedes auch nur halbwegs gute benehmen schossen wir in den wind, rissen unsere inzwischen leeren tupperwareboxen aus den rucksäcken und pflückten himbeeren, als würde es um unser leben gehen. als die boxen voll waren, bedankten wir uns artig, verabschiedeten uns und machten uns beschwingt auf, auch die letzten meter unserer wanderung hinter uns zu bringen.

als wir zu hause ankamen, präsentierten wir meiner oma stolz unsere beute. sie besah sich die vier randvoll mit himbeeren gefüllten boxen und fragte: "wo habt ihr die denn her?" wir erzählten ihr von dem so freundlichen und noch grosszügigeren alten mann und sie lächelte kaum merklich rund um die mundwinkel und fragte: "wie hat der mann denn ausgesehen?"
wir beschrieben ihr den mann, den hut, den keller vor dem er gesessen hatte und auch die himbeerplantage in allen einzelheiten. und sie nickte, lächelte und sagte: "sehr gut, das habe ich mir schon gedacht. der keller gehört ihm genausowenig wie die himbeeren."

der alte mann war im dorf meiner oma bekannt dafür, alles und jeden einzutricksen. so brachte er die langen tage rum und hatte einen mordsspass dabei. die himbeeren hatten einer familie gehört, die ebenfalls im dorf wohnte und genug personen umfasste, als das diese ihre plantage hätten dreimal leeressen können.

seitdem werde ich mit gekauften himbeeren einfach nicht glücklich. die schmecken einfach nicht so, wie diese prallen gestohlenen früchte. und besonders in den letzten tagen würde ich sehr viel dafür geben, nur eine handvoll von den himbeeren von damals essen zu dürfen.



ich weiss nicht wann oder wo - aber mein unrundsein kam mir im laufe des tages abhanden. jetzt sitze ich hier, trommle auf einer reisbefüllten socke herum und bin rehappy.

vielleicht liegts daran, dass ich vor zwei stunden die schuhe ausgezogen habe und seitdem barfuss im büro unterwegs bin ??

vielleicht liegts auch daran, dass ich meine weisse lieblingshose trage und mein neues weisses lieblingsshirt und beides nicht schmutzig gemacht habe ??

vielleicht liegt es daran, dass das wochenende schon ganz nah ist ??

aber eigentlich ist das warum ganz egal.



wie angekündigt shoppte ich gestern auf dem heimweg nocht staud marmelade beim meinl am graben. ein ort, den ich sonst so gewissenhaft wie möglich meide. und gestern wurde ich nur wieder darin bestätigt.

nachdem ich mir zwei sorten marmelade ausgesucht hatte, ging ich zur kasse und stellte diese dort ab. die kassiererin grüsste mich mit einem kurzen nicken - aus den scheinbar in kinnnähe festgefrorenen mundwinkeln schlussfolgerte ich blitzschnell, dass sie wohl den nachmittag damit verbracht haben muss, artikel in den tiefkühler zu stapeln.

bevor sie noch das erste glas in der hand hatte, sagte ich brav: "ich zahle mit bankomatkarte und hätte sehr gern auch ein kleines sackerl." sie ergänzte unsere konversation um ein weiteres nicken und scannte meine marmeladen ein. dann sahen wir beide gleichzeitig auf das gerät, in das man seine bankomatkarte steckt und anschliessend den code reinflippert und über das ein durchsichtiges kleines sackerl gestülpt war. die art, in die man sonst das obst packt. die verkäuferin sah mich an und sagte: "das gerät ist doch kaputt. sie müssen schon vorher schauen, ob es funktioniert."

ich brauchte erstmal ein bisschen, um mir klar zu machen, dass sie das eben wirklich gesagt hatte. ich ? ICH ? ICH ??
sicherheitshalber fragte ich nochmal nach: "moment, ICH muss wissen, ob ihr gerät funktioniert?? ich hatte ihnen doch gesagt, dass ich mit karte zahle - und zwar BEVOR sie es eingescannt hatten." und sie sagte: "aber sie sehen doch, dass da ein sackerl drüber ist. wenn ein sackerl drüber ist, ist es kaputt. das ist immer so."

die etwas überteuerten marmeladen wollte ich mir zugestehen, weil der tag mühsam gewesen war und ich selbst unrund. und die lady an der kassa half mir hier gerade nicht sehr dabei das ruder noch herum zu reissen. stattdessen sagte sie: "dann zahlen sie halt bar." und ich sagte: "wenn ich bargeld bei mir hätte, hätte ich es ihnen angeboten." und sie sagte: "die sieben euro haben sie auch nicht??" und ich sagte: "ich hab nicht einmal zwei. stornieren sie die ware und ich gehe zu einer anderen kassa."

worauf sie aufstand und im 8 sekunden takt "BÜRO BITTE" durch den laden quakte. und irgendwie wollte ich in dem moment einfach nicht mehr. bevor ich dazu kam, mir zu sagen "chill a bissl", hatte ich mich schon umgedreht und in einem sehr zornigen ton "kann jetzt end-lich jemand von diesem BÜRO kommen und diese verdammten marmeladen stornieren? B-I-T-T-E" gerufen.

der nette herr stand auch 30 sekunden später mit dem stornoschlüssel in der hand neben mir, ich nahm meine marmeladen, zahlte an der anderen kasse mit meiner karte und ging nach hause.

die gläser stehen noch verschlossen in meiner küche. gestern hatte ich dann irgendwie keene böcke mehr darauf.



heute bin ich unrund. und müde. und unhappy. einen grund dafür konnte ich bis dato nicht ausfindig machen. also steuere ich einfach mal blind dagegen.

phase 1: auf dem heimweg beim meinl am graben vorbeischauen und staud marmelade kaufen. und zwar pflaume mit rum.

phase 2: in der u-bahn in meinem buch weiterlesen und damit möglichst grosse distanz zu der welt herstellen, in der ich lebe.

phase 3: im supermarkt weiteres essbares erstehen.

phase 4: zu hause am balkon sitzen, essen, rauchen, lesen und drauf warten, dass littleguy nach hause kommt und mich angrinst.

ein guter plan, ein verdammt guter plan. here i go....



dank des streiks, bin ich heute insgesamt drei stunden zur arbeit und wieder nach hause quer durch die stadt marschiert. war anfangs ganz lustig, weil ich mitten auf der strasse auf den gleisen der strassenbahn laufen durfte - mit der zeit wird aber auch das langweilig. besonders bei der hitze.

zwischen diesen ausgedehnten spaziergängen lag überraschend viel arbeit. blieb gar nicht viel zeit für small talk, aber das war ok. besonders den nachmittag fand ich nett. bin mit einer kollegin in einem besprechungszimmer gesessen, haben magnum gegessen, geraucht, wasser getrunken, die füsse auf den tisch gelegt und uns die gehirne zermartert. waren dabei aber erfolgreich.

auf dem heimweg rief mich littleguy an und orderte das neue mickey maus heft. ich erwiederte, dass die trafiken schon zu hätten und er sagte: "dann bring nur butter, denn die ist aus. wir brauchen butter." das hat mich amüsiert. in einem jahr geb ich den haushalt ganz an ihn ab.

endlich zu hause angekommen, wollte ich die beine schon im lift stehen lassen, weil die dummen dinger sich weigerten, mich noch bis in die wohnung zu tragen. als ich dann mit einem grossen glas wasser auf dem balkon sass und die müden füsse hochlegte, kam ich mir fast vor wie der waldbauernbub.

und als ich mich gerade zurück lehnen wollte, um den tag einfach so stillschweigend seinem verdienten ende zugehen zu lassen, trat littleguy in action und wollte für seinen morgigen test in sachunterricht abgefragt werden. dazu muss man sagen, dass ich lieber mathe oder deutsch mit ihm lerne. bei sachunterricht kommen grösstenteils nur langweilige sachen vor und wenn mal was interessantes dabei ist, muss ich immer feststellen, wie wenig ich weiss.

aber das abprüfen war extrem lustig. littleguy schlug sein heft auf, um mir zu zeigen, welche seiten und themen im moment gefragt sind. dabei sah ich, dass er über eine seite wohl etwas ausgeschüttet hatte, weil die schrift total zerlaufen war. er kommentierte das ganze mit einem erstaunten: "oh, das hats erwischt." so, als wäre er gar nicht dran beteiligt gewesen.

auf die frage, zu welcher jahreszeit die schneeglöckchen blühen würden, klatschte er in die hände und rief begeistert: "das wissen wir ja nicht." ich hab bis jetzt nicht begriffen, was er damit sagen wollte. ich weiss noch nicht einmal, wer "wir" sein soll.

bei den hühnerküken machte er aus nestflüchtern "nestflücher", lehnte sich gemütlich zurück und krähte "scheiss hühnerstall".
die hühner dürften es ihm überhaupt angetan haben. rebhuhn kennt er nicht, denn bei ihm heissen die rap-huhn.

zum schluss ging es noch ums schloss schönbrunn. ich fragte, wer damals das schloss als sommerresidenz benutze und er sah mich an, grinste siegessicher und verkündete stolz: "die habsbörger".
ist aber auch schwierig. bei mc d wird "börger" ausgesprochen und im schloss schönbrunn plötzlich wieder als burger.

während des abfragens, konnte ich ihn kaum ansehen ohne lachen zu müssen. er hatte mich unterwegs angerufen und gesagt, dass er kopfweh habe. ich sagte ihm, er soll sich aufs sofa und einen nassen waschlappen auf die stirn legen. bei mir funktioniert das wunderbar. ich bleibe aber auch ruhig liegen. für littleguy ist da ein ding der unmöglichkeit und so lag der nasse lappen ständig irgendwo, nur nicht auf seinem kopf. deshalb ging er los und holte sich ein halstuch. damit wollte er den lappen am kopf montieren. das funktionierte nicht so, wie er es sich ausgedacht hatte und deshalb organisierte er sich noch ein zweites tuch. als ich nach hause kam, hatte er sich also den waschlappen mit einem blauen und einem roten halstuch um den kopf gebunden. und so sass er mir dann auch beim abprüfen gegenüber und sah wie ein verhindertes gang-mitglied aus.



 
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