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nach einem anstrengenden und harten und vor allem langen tag, endlich mit der u-bahn auf dem heimweg. ich war müde und mein kopf tat weh. ich konnte es kaum noch erwarten, endlich nach hause zu kommen und vertrieb mir die zeit, indem ich unmotiviert durch die gegend schaute und dabei gar nichts sah.
mir gegenüber sass ein kerl, ungefähr in meinem alter. ich sah ihn kurz an und dann wurden meine augen müde, also sah ich runter zum boden, weil das dem schliessen der augen am nächesten kam.
das wurde von meinem gegenüber wohl falsch gedeutet.

"passen dir meine hosen nicht ?"
"wahrscheinlich nicht. ich glaube, die sind mir zu gross."
"verarschen kann ich mich selbst.
"das wär mich recht, ich bin nämlich ziemlich müde und gerade gar nicht auf plaudern aus."
"mädl, ich wollte wissen, warum du mich so herablassend angesehen hast."
"erstens hab ich dich nicht herablassend angesehen. ich bin bloss müde. zweitens hätte es dann heissen müssen: passt dir was an meinen hosen nicht."
"ich überlege gerade, ob ich dir sagen soll, was für eine arrogante kuh du bist oder ob ich dich nach deiner nummer fragen soll.

das hätte vielleicht noch ganz witzig werden können. aber heute war dich definitiv zu müde für sowas. ich arrogante kuh, ich.



vorhin stapfte ich mit einem white moccachino caramel in der hand die stufen hoch. ich stiess mit dem fuss die tür auf, marschierte die paar schritte in mein büro und als ich um meinen tisch bog, stellte ich überrascht fest, dass da ein körbchen drauf stand. ein körbchen mit einem halben kornbrot, einer semmel und zwei kipferl. daneben ein glas meiner lieblingsmarmelade. irritiert sagte ich: "was ist das denn ?"
meine kollegin sagte: "die v. hat dir das vorhin da hingestellt. ich dachte, ihr hättet telefoniert und du brauchst das für einen termin oder so."

dann sah ich das post-it auf der marmelade. darauf stand: so - ab jetzt wird wieder gscheit gegessen!

ich war überrascht, als ich das körbchen erblickte. das post-it aber traf mich sehr. v. war bisher die einzige gewesen, die mich nicht auf meinen gewichtsverlust angesprochen hatte. dass sie gar nicht erst zu reden anfängt, sondern gleich zur tat schreitet, erschreckt mich.

auf dem weg zu ihr, um mich zu bedanken, blieb ich kurz vor dem spiegel stehen. blieb stehen und fragte mich, was da gerade passiert. und warum ich es nicht in den griff kriege. und auch, wann das eigentlich begonnen hat.



wenn ich herrn uebue richtig verstanden habe, möchte er celine dion gerne in mein verkehrtes big brother haus hineinwählen.

also, meine stimme dafür hat sie.



auf dem heimweg dachte ich ein wenig übers wünschen und bestellen nach. solche überlegungen bieten sich an, wenn man durch die dunkle stadt läuft, warm eingepackt ist, der schnee unter den schuhen knirscht und alles auf den strassen wenig hektisch und irgendwie gedämpft wirkt.

all die mädelsgespräche, all die eigenen überlegungen dazu, wie der mann sein sollte, der einem umhauen würde, sind quatsch. hinweg mit intelligent und witzig, fort mit romantisch und einfühlsam. man entscheidet schlussendlich doch spontan, ob einem das package zusagt oder nicht.

deshalb universum, andersum. was ich will, werde ich schon merken. was ich nicht will, werde ich auch merken. die anweisung für den next try: er muss mich finden.

ach und, lass dir ruhig ein bisschen zeit damit. und hey, wenn ich von jemanden nicht gefunden werden will, startet der auftrag automatisch von vorne. nur das das klar ist.



langsam wird mir mein blog unheimlich. jedesmal wenn ich hier klar und deutlich einen wunsch formuliere, wird der prompt erfüllt.

gestern abend wünschte ich mir eine schöne geschichte über die liebe. heute vormittag dann ein mail mit einer definitv schönen geschichte. eine geschichte, die mich ehrlich freut. mir fiel beim lesen auch sofort ein, dass das wohl die erzählung sein muss, die ich mir gestern gewünscht habe.

nach der arbeit traf ich dann noch m. auf einen schnellen cafe latte und 160 seiten kleinbedrucktes papier. als wir das cafe verliessen, drehte sich die blonde junge frau um, die gerade ihren kaffee in empfang nahm und sagte schüchtern: "miss ?"
ich drehte mich zu ihr um und sagte: "ja ?"
sie sah mich an, grinste verlegen und sagte: "du bist doch die miss, oder ?"
ich nickte und war irritiert. langsam näher auf sie zugehend, besah ich mir das gesicht. ich überlegt, ob ich die frau vielleicht von der arbeit kennen sollte. vielleicht bei irgendeiner veranstaltung kennengelernt ?
sie lächelte immer noch und sagte: "ich bins. k. "
ihre namen sagte sie so leise und schüchtern, dass ich ihn absolut nicht verstand. ich besah mir weiter das gesicht, dachte mir die backen ums dreifache dicker, die blonden haare ein wenig gelber und lockiger, die augen etwas dreister und nicht so lieb schüchtern. und dann wusste ich, wer sie war. wir waren gemeinsam zur schule gegangen. unser letztes aufeinandertreffen muss an die zehn jahre her sein. oder sogar länger.
sie lebt jetzt in krakau, ist seit sieben jahren verheiratet. ihr 15 monate alter sohn torkelte lustig durchs cafe. sie wirkte glücklich und zufrieden, sah sehr hübsch aus und die überhaupt strahlte diese ganze kleine familie so eine ruhe und zufriedenheit aus.

das wäre dann also die zweite geschichte, die sich gut anfühlt. und weil es so schön ist, wünsche ich mir jetzt noch mehr davon.



irgendwie ist es heute im büro ziemlich kalt. keine ahnung, warum es sich hier nicht, wie letzten winter auch, auf karibisch heizen lässt.
und es gibt zwei dinge, die ich nicht leiden kann. erstens: müde sein und nicht die möglichkeit zum schlafengehen haben. das hasse ich.
zweitens: frösteln. lass ich mir eventuell draussen ja noch einreden. aber indoor frösteln geht gar nicht. und jetzt gerade fröstelt mir. ohne bh und in einem engen t-shirt würde das ja was her machen. aber mit bh und in einem dicken longsleeve hat wirklich keiner was davon.



ich will, das merke ich ganz heftig. bloss was ich will, krieg ich gerade absolut nicht raus. und das ist wirklich blöd.
ich will bitte bitte nicht auch die "ich weiss nicht was ich will" schiene einschlagen. nein nein nein.

zudem hat die zeit an sich gerade einen spitzentrick drauf. einerseits hastet sie an mir vorbei, so rasend schnell, dass ich gar nicht mitbekomme, wie sie vorbeihuscht. andererseits scheint sie aber gerade auch nicht nur stillzustehen, sondern sich tatsächlich schon rückwärts zu bewegen. so langsam ist sie unterwegs. gleichzeitig. und irgendwie fühlt es sich auch so an, als gäbe es die zeit gar nicht.

ich wünschte, ich würde drogen nehmen. dann könnte ich die jetzt absetzen. so aber komme ich mir gerade ein bisschen vor wie alice im wunderland. alles ein bisschen schräg, teilweise verwunderlich, teilweise belustigend. und vieles absolut nicht real.

vielleicht probiere ich aber auch gerade was neues aus, indem ich mir zu vielen dingen denke "ja klar, macht einfach mal alle was ihr wollt und wie ihr euch das vorstellt. haltet mich am laufenden und dann sehen wir weiter." brandneue erfahrung. hat was entspannendes.



um für ein wenig geräuschkulisse zu sorgen, bietet es sich immer an, den ferseher nebenbei laufen zu lassen. einfach irgendwas. gefährliche brandung zum beispiel. ein film, der im hintergrund abläuft und man muss nicht mitdenken, weil man ihn schon vierhundertachtundzwangzig mal gesehen hat.

und dann sitzt man da, wirft kurz einen blick in richtung bildschirm und denkt sich: "hä ?? was ist das denn ?? die szene kenn ich überhaupt nicht."

ich habe tatsächlich keine ahnung, wie oft ich diesen film gesehen habe. aber eines steht fest: ich kannte das ende bisher nicht.

ich wüsste sehr gerne, wieso ich das ende bisher nicht kannte. war ich immer eingeschlafen ? oder war ich mit der szene, die ich als ende verstand, zufrieden und drehte ab oder um ? hatte ich es gesehen und beschlossen, die letzten drei minuten des filmes zu verdrängen ?

das schöne daran ist aber, dass ich nicht gedacht hätte, dass mich genau dieser film noch überraschen könnte. hatte aber auch keiner ahnen können, dass auch der film ein ende hat...



kurz nach weihnachten traf ich i., die ja jetzt in london lebt und die erzählte mit bei einem wodka martini - mit zwei oliven, klar - folgende kleine geschichte:

eine kollegin von ihr war seit drei jahren mit ihrem freund zusammen. dieser arbeitete ein stückchen ausserhalb von london, weshalb sie ihn immer nur an den wochenenden sah. sie verbrachten zusammen urlaube und führten eine nette und funktionierende beziehung.
nach drei jahren läutete das telefon dieser frau und eine andere frau war dran. eine frau, die sie nicht kannte. und die sprach zu ihr: "süsse, die letzten drei jahre habe ich mir das angesehen und akzeptiert. jetzt aber wollen wir heiraten, babies kriegen, eine familie gründen. deshalb ist jetzt der richtige zeitpunkt für dich, die affäre mit meinem mann zu beenden."

als ich die geschichte höre, wünschte ich mir spontan, ich hätte einen doppelten wodka martini, mit logischerweise vier oliven, bestellt. damn, was für eine scheiss geschichte. nach drei jahren zu erfahren, dass man letztendlich immer nur die affäre war, ist definitiv eine sache, die man für die zukunft mitnimmt. nach drei jahren beziehung feststellen zu müssen, dass alles nur eine lüge war, macht es einem in der zukunft sicher nicht leichter, einem anderen zu glauben. diesen drink widmete ich also dieser jungen frau.

und mit dem nächsten drink, stiessen wir auf die anruferin an. ich hoffe, die frau sieht wunderschön aus und hat die figur eines supermodels. ach was, die figur von zwei supermodels! denn mit ihrer intelligenz kann es nicht weit her sein. einem mann, der fähig ist, einer frau drei jahre lang ins gesicht zu lügen und nach all der zeit nicht einmal den mut aufbringt, ihr selbst zu sagen, was für ein riesen arschloch er ist, sollte man nicht weiter trauen als man ihn werfen kann.

ich würde jetzt langsam wirklich wieder gerne mal eine geschichte hören, die einem zum lächeln bringt. eine geschichte, die schön ist und spass macht. eine geschichte, in der sich menschen nett und fair und respektvoll behandeln. wenn solch eine geschichte gerade nicht verfügbar ist, tuts auch eine, in der eine frau ihren künftigen ex-lover zum abschied die nase bricht.



vor ein paar tagen....

m.: "miss, wir rufen nicht den c. an."
miss: grinst
m.: "hey..."
miss: "ja, schon gut. ich ruf nicht an. hatte ich ja auch nicht vor. nicht wirklich."

gestern....

miss: "hey, ich brauch den remix den du am samstag gespielt hast."
j.: "vergiss es, baby. den haben nur wir, den kriegst du sonst nirgendwo."
miss: "deshalb frag ich ja auch dich. los, brenn die cd."
j.: "nein, kann ich nicht machen."
miss: "stell dich nicht so an. ich tu doch nichts damit, ist doch bloss für mich. ganz privat."
j.: "ruf doch einfach den c. an und frag ihn.
miss: "den c. ? hmmm, naja, wenn du meinst..."

manchmal sollte man die bälle auffangen, die einem das leben so zuspielt. sollte man ?



am 31.12. im rathaus anrufen und fragen, warum der silvesterpfad an einem wochentag veranstaltet wird und nicht am wochenende ist dumm.

den anruf entgegen nehmen und leider keine antwort darauf wissen ist dümmer.



ich schätze, ich komme wieder in die alte form. wenn ich rede ohne zu denken und vor mich hinschnattere, befinde ich mich auf dem wege der besserung. eben hab ich es mir sehr schön bewiesen.

anrufer: "hallo, ist die u. zu sprechen ?"
miss: "klar, ich verbinden. ach so, nein quatsch, die ist gerade in einer besprechung. kann ich ihr was ausrichten ? soll sie vielleicht rückrufen ?"
anrufer: "naja, wie lang wird sie denn noch im büro sein ?"
miss: "och, auf jeden fall noch bis..." blick auf die uhr "hey, ist ja schon zehn vor sechs. was mach ich denn noch im büro ??"
anrufer: "das weiss ich jetzt leider nicht."


und meinem chef hab ich es auch schon gezeigt, dass ich wieder da bin.

chef: "du, ich hab dir ein mail geschickt. mach das mal eben auf, ich muss dir was dazu erklären."
miss: "ich hab kein mail von die bekommen."
chef: "kann nicht sein, ich habs dir doch geschickt."
miss: "nein, nichts gekriegt."
chef: "ok, komm mal mit zu mir ins büro."

dort angekommen setzte er sich an seinen computer, klickte auf "gesendete nachrichten" und zeigte mit dem finger drauf.
chef: "seltsam. bei mir ist es aber verschickt."
miss: "zeig mal. ach so das. das hab ich schon gekriegt."
chef: "und wieso sagst du dann ..."
miss: "ich dachte, du schickst mir was spannendes. mit dem da wusste ich nichts anzufangen."
chef: "ich hab doch gesagt, dass ich dir dazu was erklären muss."
miss: "ja, aber ich hatte ja vorher schon beschlossen, dass ich nicht weiss, was ich damit soll. für mich wars dann sozusagen schon done."
chef: "...."
miss: "für 2004 habe ich mir überlegt, dass ich mich hier zum betriebsrat wählen lasse. dann bin ich unkündbar."


yep, kehrt alles wieder zur normalität zurück. schöne sache, das.



schon erstaunlich, wie nett und "zuhause" sich so ein arbeitsalltag anfühlen kann. im büro ist alles wie gehabt und all die dinge, die mich in den letzten wochen noch nervten, finde ich heute wieder grossartig.

als ich heute morgen ins büro kam, hatten sich schon ein paar kollegen in meinem büro zum rauchen eingefunden. schnee auf der strasse bedeutet in meiner welt: mindestens vier schichten tragen, eine weisse jacke, schwarze wollfäustlinge, eine haube und meine grosse diva-sonnenbrille, weil ich es nicht leiden kann, wenn mir der schnee in die augen fällt. und auch, weil ich gern inkognito unterwegs bin... als ich also so ins büro kam, begrüsste mich mein lieber kollege gleich mal mit einem grinsen und den worten: "kommst du zum arbeiten und gehst du gleich weiter zum apres-ski ?"
"halt die klappe. das hat im letzten jahr super funkioniert. mach einfach damit weiter."

vorhin telefonierte ich am handy privat und rutschte dabei im sessel runter, so dass ich meinen kopf bequem an die rückenlehne legen konnte. zudem lutschte ich ein wenig auf meinem feuerzeug herum und sah wohl ziemlich relaxt aus. mein chef kam vorbei, blieb stehen, setzte sein ungläubiges lächeln auf und sagte: "na das glaub ich ja wohl nicht. telefoniert privat, lungert hier herum. hast du wenigsten den computer aufgedreht ?" "ja klar, hier schau. ich arbeite eh."

mein lieblingskollege s. erzählt bei einer zigarette, um halb ein uhr nachts wäre er aufgestanden, weil es doch geschneit hatte und es glatt auf den strassen war. deshalb ging er dann eine stunde lang driften. der kerl hat so einen vogel...

bei der kaffeemaschine blinken alle lichter, jede rummelplatz attraction wäre stolz daruaf, so fröhlich und bunt blinken zu können. hier wird sowas ignoriert. weil ja auch nur ich weiss, dass man das ding auch einfach aus- und wieder einschalten kann.

auf meinem tisch steht ein glas marmelade. handsigniert von einer opern-diva. mit den besten wünschen fürs neue jahr. mal was anderes als gummischweinchen und rauchfangkehrer aus plastik.

jetzt tut es mir fast leid, dass morgen feiertag ist und ich morgen nicht wieder in die arbeit kommen darf.



mein computer ist im arsch. stürzt ständig ab und macht nur blödsinn. hat sich wohl mit mir solidarisch erklärt. und deshalb sitzt jetzt auch unser computermann an meinem platz und versucht zu erkennen, was da bei uns falsch läuft.

d.: "gestern nacht habe ich meine ganze wohnung aufgeräumt und geputzt."
m.: "in der nacht ? wieso das denn ?"
d.: "ich habe eine rindssuppe gekocht."
m.: ".... ?"
d.: "ich habe am abend eine rindssuppe gekocht und dann..."
m.: "ähhh... was ??"
d.: "ich habe gestern eine rindssuppe gekocht und dann hab ich vergessen, dass ich eine gerade eine suppe mache und bin weggegangen."


unterhaltungen mit d. mag ich immer besonders gern. die sind immer ziemlich weird und zu guter letzt doch logisch.



gestern abend, in meine decke gekuschelt und den hinterkopf zärtlich von meinem kissen gestützt, wurde es mir ganz heftig bewusst: "ab morgen musst du wieder früh aufstehen. morgen mal die generalprobe, dienstag nochmal eine pause, aber dann ist schluss mit lustig."
ein gedanke wie eine einladung zum essen. von freddy krueger.

als der wecker vorhin fröhlich durchs zimmer schallte, ein kurzer anflug von positivität: "hey, arbeit. büro. leute. weiss schon, hast du gerade keinen bock drauf. aber du weisst ja auch jetzt schon, dass dir die ablenkung und der alltag gut tun wird." ja, weiss ich.

deshalb also mit elan und freude raus aus dem bett. zumindest mal vorsichtig aufgesetzt und aus dem fenster geschaut. und mich selbst gefragt, wieso - zum teufel - es so hell da draussen ist. lang hab ich nicht gebraucht, um es zu checken. verdammt, da liegt überall schnee. zu weihnachten wäre er nett gewesen. jetzt braucht den keine sau mehr. wien ist eine stadt, kein schigebiet. wir brauchen hier keinen schnee.

die frisch aufgebrühte positivität wurde also gleich wieder unter einer drei cm schneedecke begraben. schnee, kalt, nicht im bett bleiben dürfen, arbeiten müssen und jetzt schon wissen, dass die nächsten drei wochen richtig gut stressig werden - auf gut wienerisch: na oida!

(zudem ist es halb acht. in einer halben stunde sollte ich im büro sein. statt dessen bin ich noch in ein grosses handtuch gewickelt, hab ein kleines handtuch um den kopf wickelt - taliban style - und wenn ich nicht in einer halben stunde aus der wohnung raus bin, werde ich wohl wiedermal erst gegen halb zehn im büro eintrudeln und als ersten event des arbeitsalltags gleich mal eine kleine, aber immer freundliche rede des chefs zu hören bekommen.

"sag miss, wann fangen wir hier an?" - "ist nicht so genau festgelegt?" - "lass es mich anders fragen: auf welche zeit haben wir uns denn geeinigt und gemeint, dass wir da alle spätestens im büro sind ?" - "ähm... neun ?" - "genau. und wie spät ist es bei dir ?" - "halb zehn. soll ich mir schnell eine entschuldigung ausdenken oder einfach nur versprechen, dass ich ab morgen wieder pünktlich bin?" - "hau ab, understood. raus aus meinem büro."
irgendwann reichts ihm und er setzt mich vor die tür. in dem fall lass ich mich auf hugh hefner umschulen. seidenmorgenmäntel, eine fliege und einen scotch locker in der linken hand tragen, schaff ich auch grad noch....)



gestern stellte ich mit leiser begeisterung und auf jeden fall mit lauter erleichterung fest, dass es mir besser geht. gegen abend war ich mir nicht mehr so sicher, ob es tatsächlich so ist oder ich vormittags nur beschlossen hatte, dass es so sein sollte. auf jeden fall war da jetzt etwas anders, als in den tagen davor.

vorhin kam ich dann drauf, was anders ist. der schmerz ist weg, es tut nicht mehr weh. an der stelle, an der vor kurzem noch ein bisschen wut und viel enttäuschung wohnten, ist jetzt .... gar nichts.

ein nichts, das in eine verdammte traurigkeit übergeht. es ist wie mit artax in der unendlichen geschichte. du stehst im sumpf der traurigkeit und versinkst langsam. du könntest versuchen dich zu retten, aber es ist dir egal. du kannst dich nicht bewegen, aber du willst auch nicht. du weisst, dass da freunde draussen sind, die sofort ihr möglichest tun würden, um dich aus dem sumpf zu ziehen, aber du willst sie nicht anrufen. du willst nicht, dass dir geholfen wird.

was für ein scheiss gefühl. am liebsten würde ich urlaub von mir selbst nehmen. ein paar sachen zusammenpacken, mich von mir verabschieden, mich hier lassen und selbst wegfahren. oder aber selbst hierbleiben und mich wegschicken. vorübergehend. mich dann in, sagen wir, zwei monaten wieder treffen und mit mir selbst bei einer zigarette beplaudern, wie die letzten wochen so waren.

geht leider nicht. das muss ich jetzt wohl mit mir selbst durchstehen. und das muss man schon sagen: das wetter und die jahreszeit fallen für den preis des besten assistenten des jahres 2004 schon jetzt aus. kalt und nass und grau und um fünf wird es dunkel. von grau nach schwarz, wieder zurück nach grau und dann wieder schwarz... in wahrheit aber egal, weil beides gleich blöd ist. der einzige vorteil des abends ist, dass der tag vorbei ist.



diza stellt sich hier nochmal selbst vor. erstaunlicherweise hatte ich beim lesen teilweise ganz stark das gefühl, sie würde über mich sprechen.

Hat mehr als sie braucht, aber nicht das, was sie will.

Kann nur schwer einschlafen. Sie glaubt, das liegt hauptsächlich an der Nacht, die alles andere ausschaltet außer die Straßenlaternen vor ihrem Fenster und ihre Gedanken.


miss zusatz: schläft deshalb schon seit wochen wiedermal auf dem sofa bei laufendem fernseher. in der stillen hoffnung, fernsehgeräte könnten gedanken wegsaugen. und wenn der es schon nicht kann, dann vielleicht wenigstens der dvd player ?

Täuscht durch gespieltes Selbstbewusstsein über kleines Ego incl. eine Tonne von Selbstzweifel hinweg. Nur irgendwie glaubt ihr das niemand.

ähm... ähnlich. ich bin nicht mal halb so tough, wie immer alle glauben. mein selbstbewusstsein ist durchaus erschütterbar und tatsächlich trau ich mir emotional nicht weiter, als ich mich selbst werfen kann. aber das scheint mir irgendwie auch niemand zu glauben.

Selbstinszenierung ist alles. Und die Inszenierung eigener kleiner Mini-Dramen.

Langweilt sich schnell. Verbringt trotzdem Stunden vorm Fernseher. Nächte im Internet.


Fühlt sich auch zuhause nicht zuhause.

ich fühle mich in meiner eigenen wohnung eigentlich immer nur zu gast. im büro kommt ein wenig mehr ein gefühl von "zuhause" auf. aber eigentlich verbinde ich den begriff "zuhause" mit einem menschen, nicht mit orten. gibt es so einen menschen nicht, fehlt das zu hause. fehlt dieser mensch, hab ich kein zuhause.

Ist feig. Will sich aber bessern.

ich bin zu mutig, in manchen dingen. das bricht mir nochmal das genick.

Hat ganz dumme Ideen, wenn sie trinkt. Trinkt, damit ihr die Resultate der Umsetzungen dieser dummen Ideen egal werden.

Ist der nachtragendste Mensch, den sie kennt.

ich bin zu wenig nachtragend. wenn jemand scheisse baut, reden wir darüber, ich verstehe es gehe auch gerne darauf ein, liefere noch zustätzlich entschuldigungen und mache es den menschen um mich damit oft zu einfach. manchmal würde ich die menschen rund um mich gern einfach mal nicht verstehen. da kann man aber leider nicht dagegen machen. wenn man eine situation versteht und nachvollziehen kann, dann ist es eben so. menschen bauen scheisse, so ist das nun mal. andere niemals zu verletzen, ist ein ding der unmöglichkeit. die erfahrung zeigt: je mehr die menschen versuchen, andere nicht zu verletzen, umso mehr wird das ganze zum drama.



weil ich das konzept einfach zu grausam fand, liess ich diesen ganzen rtl-bachelor-jazz so ziemlich aus. im büro wurde aber darüber gesprochen, also versuchte ich zwischendurch doch wieder zuzusehen. hat leider nicht funktioniert, weil die menschen dort alle so peinlich waren, dass es wiederum mir peinlich war, ihnen dabei zuzusehen peinlich zu sein. deshalb musste ich nach spätestens drei minuten doch wieder weiterzappen.

jedoch, die letzte hälfte des finales musste ich mir dann doch gerade geben und eigentlich wollte ich mich gerade über die grausamkeit solcher sendungen auslassen.

die frauen wissen zwar, worauf sie sich einlassen, aber - hollywood lässt grüssen - wer von sich sagen kann, dass man auf die idee über diesen umweg tatsächlich auf den traummann zu stossen, nicht für einen moment reinkippen kann, der werfe den ersten stein an den kopf des bachelors. dazu haben wir die grossen hollywood romanzen einfach zu oft gesehen. je widriger die umstände, desto schöner das happy end. je mehr gelogen wird, desto wahrer müssen die gefühle am ende sein.

unvergessen tom cruise als jerry maguire mit seiner "du vervollständigst mich" rede und rene zellwegers "du hattest mich schon mit dem hallo" mit tränen in den augen.

zu frisch, weil noch nicht lang genug her, die szene in der matt mcconaughey in "how to lose a guy in ten days" kate hudson auf seinem motorrad hinterherjagd, um sie zu fragen, ob sie sich wirklich in ihn verliebt hat, während sie doch nur ausprobieren wollte, ob sie ihn in zehn tagen loswerden kann und er eine wette laufen hatte, ob er eine frau in zehn tagen unsterblich in sich verliebt machen kann. oja, sie hatte und hey, er sich in sie auch.

es gibt überhaupt sehr viele filme und geschichten, in denen sich jemand aufgrund einer wette oder eines spiels darauf einlässt, jemanden in sich verliebt zu machen und am ende erkennen muss, dass er sich nun wirklich unsterblich verliebt hat. tatsächlich liebe.

"wenns im kino funktioniert, warum dann nicht auch auf rtl?" mag sich da so manche gefragt haben.

und ich für meinen teil muss nun sagen, dass dieses konzept durchaus funktionieren kann. für den bachelor. würde ich ein profil erstellen in dem steht, wie ich männer gerne mag, wie sie aussehen sollten, was sie mögen und können dürfen, wie sie sein sollten und mir dann, anhand dieses profiles, zwanzig männer zusammengecastet werden, würde ich mich sehr wahrscheinlich in einen von ihnen verlieben. aus diversen gründen:

1. die vorauswahl wurde bereits getroffen. mit den handfesten idioten, die einem ohnehin nur demotivieren und einem dazu bringen, auch über die nicht idioten hinwegzusehen, muss man sich nicht mehr abgeben.

2. ich muss die kerle nicht überzeugen, sondern nur die mich. mein job reduziert sich darauf, mir einen favorite auszusuchen. das müsste doch zu schaffen sein.

3. stellt man sich geistig darauf ein, im zuge der ganzen action auf the one zu treffen. man will es, man wünscht es sich. also wird es auch so kommen. oder zumindest bildet man es sich ein. während des verliebt seins die psychologischen hintergründe und fehlinter- pretationen zu erkennen, ist eine mission impossible. das kommt immer erst später. wenn überhaupt.


die menschen ziehen inzwischen absolut jede möglichkeit in betracht, auf den passenden nabel zu stossen, nicht länger alleine sein zu müssen.

auf jeden fall hat sich der herr bachelor jetzt entschieden und hat die frau gefunden, mit der er seine zukunft teilen will. und das ist ja auch sehr super. da reib ich mir doch die hände, zieh die augenbrauen hoch, lächle ansatzweise mit leicht gespitzen lippen und sage: "na, da gratulier ich."



gerade eben fiel mir prince' song "pop life" wieder ein. lässt sich prima adaptieren:

blog life
ev'rybody needs a thrill
blog life
we've all got a place to fill



ach ja... beim weggehen hatte ich das gefühl, dass der abend eventuell richtig scheisse werden könnte. war aber nicht so. es war auch nicht so lustig, dass es kaum zu ertragen gewesen wäre, aber zweimal hab ich doch sehr gelacht.

einmal, als j. die strohhalme an der bar für soletti hielt, sich begeistert einen griff und hinein biss.

und noch einmal, als das schloss an der mädchentoilette den geist aufgab und ein mädel eingesperrt war. ziemlich spektakulär zu beobachten, wie der barkeeper versuchte, die tür aufzubrechen. und ich hab mich total gefreut, weil doch solche dinge sonst immer mir passieren. da hat mich das schicksal heute wohl verwechselt. ätsch.

ehrlich amüsiert hat es mich auch, die leute zu heute zu "last christmas" tanzen zu sehen, ohne dass sie es wirklich merken. ich hatte den dj dazu angestiftet und nach seiner anfänglichen absage - "sag miss, bist du total drogensüchtig?" - suchte er aber doch die cd raus und mischte es unter den gerade gespielten song. war ganz deutlich rauszuhören und dennoch haben es leute es nicht geschnallt. erschüttern, in wahrheit. aber heute hat es mich amüsiert.



 
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