anfang dieser woche stellte ich fest, dass vampire nicht nur das vertrauen in andere angreifen können, sondern, was fast noch schlimmer ist, sie können auch das vertrauen in die eigenen person beeinflussen. das vertrauen in die eigenen emotionen und das vertrauen darauf, dass man sich ruhig auf sein gefühl verlassen kann.
wirklich zerstören können sie es nicht. es bereitet einem ein paar kopflastige stunden und eine zeitlang steht man unter eigener beobachtung, aber grundsätzlich ist das vertrauen in sich selbst unkaputtbar.
was nicht einmal annähernd lädiert war, ist mein vertrauen in eine gewisse göttliche gerechtigkeit. was du anderen tust, bekommst du zurück. mit zinsen, soviel ist schon mal sicher. wenn man sich - von mir aus auch nur deshalb, weil man nicht darüber nachdenkt - wie ein egoistischer kleiner wicht benimmt, dann bringt das minuspunkte auf der karmaskala ein. das funktioniert wie ein boomerang.
wären wir in "final destination", wäre das ein hauchdünner alu-boomerang mit furchtbar scharfen kanten und er würde auf den vampir zurasen und ihm den kopf abtrennen.
in unserer welt allerdings besteht dieser boomerang nur aus alltag. aus alltag und schicksal. aber ein zügig abgetrennter kopf ist aber auch erstens nicht sehr schick, zweitens wenig schmerzlos und drittens nimmt er einem jede chance, vielleicht doch noch mal was zu ändern.
und wenn man auch nur ein kleinwenig boshaft veranlagt ist, dann kann man abends am fenster sitzen, der sonne beim untergehen zusehen, in ruhe eine zigarette rauchen, an den boomerang denken und ein bisschen zufrieden lächeln.
wirklich zerstören können sie es nicht. es bereitet einem ein paar kopflastige stunden und eine zeitlang steht man unter eigener beobachtung, aber grundsätzlich ist das vertrauen in sich selbst unkaputtbar.
was nicht einmal annähernd lädiert war, ist mein vertrauen in eine gewisse göttliche gerechtigkeit. was du anderen tust, bekommst du zurück. mit zinsen, soviel ist schon mal sicher. wenn man sich - von mir aus auch nur deshalb, weil man nicht darüber nachdenkt - wie ein egoistischer kleiner wicht benimmt, dann bringt das minuspunkte auf der karmaskala ein. das funktioniert wie ein boomerang.
wären wir in "final destination", wäre das ein hauchdünner alu-boomerang mit furchtbar scharfen kanten und er würde auf den vampir zurasen und ihm den kopf abtrennen.
in unserer welt allerdings besteht dieser boomerang nur aus alltag. aus alltag und schicksal. aber ein zügig abgetrennter kopf ist aber auch erstens nicht sehr schick, zweitens wenig schmerzlos und drittens nimmt er einem jede chance, vielleicht doch noch mal was zu ändern.
und wenn man auch nur ein kleinwenig boshaft veranlagt ist, dann kann man abends am fenster sitzen, der sonne beim untergehen zusehen, in ruhe eine zigarette rauchen, an den boomerang denken und ein bisschen zufrieden lächeln.
05. Mai 2004, Rubrik: likes
vor zwei oder drei wochen traf ich m. zu mittag. kurz in der sonne sitzen und einen kaffee gemeinsam trinken. das wäre zumindest der plan gewesen.
tatsächlich setzen wir uns an einen der tische vor dem cafe und ich stelle meinen, mit moccachino befüllten pappbecker mit schnabelaufsatz, auf dem tisch ab.
m. wollte rücksichtsvoll sein und den tisch ein wenig verrücken, damit ich bequemer sitzen kann und dabei stiess er meinen becher um, welcher, mit kurzem freundliche winken in richtung erdanziehungskraft, zu boden fiel. der plastikschnabelaufsatz löste sich auch in der sekunde und der ganze kaffee bildete am boden eine sehr hübsche pfütze.
meine schwarz-weiss gestreifte hose hatte nichts abkommen. sie war nochmal knapp, aber doch heil davon gekommen.
heute morgen stand ich mit eben dieses schwarz-weissen hose in der küche, füllte kaffee in ein häferl, schüttete milch dazu und vervollständigte das ganze noch mit zwei löffel zucker. und dann machte ich mich damit auf in richtung schlafzimmer, setzten mich an die bettkante, hielt den kaffee in der linken hand, stubste mit der linken s. ein wenig an und sagte: "hey, ich hab dir hier was mitgebracht." er streckte unter den decke einen fuss ein wenig aus, stiess mich dabei unabsichtlich an und ich schüttete ausreichend kaffee nicht nur in das weiss überzogene bett, sondern eben auch über meine hose.
was mich nur wieder auf den gedanken bringt, dass manches eben sein soll und man kann gewisse dinge vielleicht kurzzeitig ausbremsen, früher oder später holen sie einem aber doch wieder ein.
tatsächlich setzen wir uns an einen der tische vor dem cafe und ich stelle meinen, mit moccachino befüllten pappbecker mit schnabelaufsatz, auf dem tisch ab.
m. wollte rücksichtsvoll sein und den tisch ein wenig verrücken, damit ich bequemer sitzen kann und dabei stiess er meinen becher um, welcher, mit kurzem freundliche winken in richtung erdanziehungskraft, zu boden fiel. der plastikschnabelaufsatz löste sich auch in der sekunde und der ganze kaffee bildete am boden eine sehr hübsche pfütze.
meine schwarz-weiss gestreifte hose hatte nichts abkommen. sie war nochmal knapp, aber doch heil davon gekommen.
heute morgen stand ich mit eben dieses schwarz-weissen hose in der küche, füllte kaffee in ein häferl, schüttete milch dazu und vervollständigte das ganze noch mit zwei löffel zucker. und dann machte ich mich damit auf in richtung schlafzimmer, setzten mich an die bettkante, hielt den kaffee in der linken hand, stubste mit der linken s. ein wenig an und sagte: "hey, ich hab dir hier was mitgebracht." er streckte unter den decke einen fuss ein wenig aus, stiess mich dabei unabsichtlich an und ich schüttete ausreichend kaffee nicht nur in das weiss überzogene bett, sondern eben auch über meine hose.
was mich nur wieder auf den gedanken bringt, dass manches eben sein soll und man kann gewisse dinge vielleicht kurzzeitig ausbremsen, früher oder später holen sie einem aber doch wieder ein.
05. Mai 2004, Rubrik: likes
die liebe ist ein virus. ein virus der sich rasend schnell verbreitet. ein simples vorbeilaufen an einem verliebt dreinschauenden paar reicht schon, und man will sowas auch haben. überträgt sich also auch über die augen. und beim küssen sowieso. und bei zärtlichen berühungen auch. und auch bei guten unterhaltungen. das riskio angesteckt zu werden ist hochhaushoch.
und so tümple ich infisziert durch die gegend, während mein laptop sich jeden verdammten virus aufreisst, den er erhaschen kann.
und so tümple ich infisziert durch die gegend, während mein laptop sich jeden verdammten virus aufreisst, den er erhaschen kann.
03. Mai 2004, Rubrik: just
würde man mich an einer bar spontan nach meinem lieblingswitz fragen, bekäme man folgendes zu hören:
"zwei tafeln schokolade fallen von einem tisch. sagt die eine "ooooaa, verdammt ! ich glaube, ich habe mir eine rippe gebrochen." drauf die andere: "na da hast du ja noch glück gehabt. ich bin voll auf die nüsse gefallen!"
das wäre aber gelogen, denn das ist in wahrheit nur mein zweitliebster witz. mein lieblingswitz hingegen amüsiert mich zwar genauso jedesmal aufs neue, wenn ich ihn mir selbst erzähle, aber er ist dazu auch noch unheimlich schlau und geht so:
der hase räumt seine wohnung auf. er wäscht das geschirr ab, wischt alle regale ab, legt die wäsche zusammen und verstaut sie im kasten, wischt überall staub , rückt die möbel zurecht und wäscht die vorhänge. am ende will er noch staubsaugen und muss zu seinem grossen bedauern feststellen, dass sein staubsauger kaputt ist und er denkt: "hmmmm, mein nächster nachbar ist der bär und ich könnte ihn mal fragen, ob er mir seinen staubsauer borgt. das wird er zwar nicht tun, denn der bär ist im ganzen wald als arrogantes arschloch bekannt, aber fragen kann ich dennoch. fragen kostet ja nichts extra." und so macht er sich auf dem weg zum haus des bären und dabei denkt er: "den weg könnte ich mir genauso sparen, denn der bär borgt seinen staubsauer fix nicht her, aber jetzt bin ich ja schon unterwegs und kann genausogut fragen. andererseits ist aber jetzt schon klar, dass er ihn nicht herborgen wird. der hat noch nie etwas verborgt. vollkommen sinnlos. na, was solls. ich bin ja auch schon fast da. vollkommen blödsinnige idee aber wenn ich doch nun schon mal hier bin, frag ich auch, aber der gibt ihn mir nicht. nie im leben, soviel ist sicher...." schliesslich kommt er beim haus des bären an und klopft an die tür. der bär öffnet ihm, sieht zum hasen hinunter, lächelt und sagt freundlich: "hase, wir haben uns lange nicht mehr gesehen, schön dass du mal vorbei schaust. gut siehst du aus. sag, was kann ich für dich tun, wie kann ich dir helfen?" und der hase stützt sich mit einer hand am türrahmen ab, lehnt sich ein wenig vor, kneift die augen zusammen und brüllt: "weisst du was, bär, du arschloch ... fick dich und deinen scheiss staubsauer !!"
vorgestern stellte ich fest, dass ich noch dvds von der videothek zu hause hatte. seit dem wochenende. ich zählte schnell an den fingern nach. es war der vierte tag und wenn man filme erst am fünften tag retourniert, zahlt man einen strafbetrag. ich sprang also in meine schuhe, klemmte mir die dvds unter den arm, steckte meine zigaretten ein und ging los. auf dem weg dachte ich "hoffentlich hat die videothek länger als bis sieben offen, denn es ist schon kurz vor sieben und die sperren mir noch vor der nase zu. dann muss ich die filme morgen zurückbringen und strafe zahlen. eigentlich glaube ich mich zu entsinnen, dass die bis neun oder zehn offen haben. aber da steht auch irgendwas mit 19 uhr an der tür. scheisse, die sperren hoffentlich nicht heute um sieben zu. wäre ja mal wieder ein klassiker, warum bin ich auch so blöd und kann mich nie rechtzeitig um sowas kümmern. obwohl, bis zehn sollten die schon offen haben. ist ja kein supermarkt. was ist denn das auch für ein kundenservice ? da müsste man ja früher von der arbeit nach hause gehen, um sich noch filme ausborgen zu können. verdammt, hoffentlich haben die noch offen...."
so marschierte ich also des weges und hoffte, die filme noch abgeben zu können, ich befürchtete aber, dass die schon geschlossen haben, wenn ich ankomme. und als ich die strasse entlang ging, in der der videoladen untergebracht ist, sah ich schon von einiger entfernung, dass mir keine stars mehr von plakaten aus der auslage entgegenlachten. die grossen weissen jalousien waren zu, nichts mehr war zu sehen. da stand ich dann vor der scheibe, starrte ins weiss, liess resignierend die schultern hängen und sagte laut: "scheisse !"
ein junger kerl war mir auf der strasse entgegen gekommen, war zu dem zeitpunkt auf meiner höhe. er sah mich an, die dvdhüllen in meinen händen, die auslage und dann wieder mich. und er sagte: "wolltest du die filme zurückbringen ?" ich sagte traurig: "ja, aber die arschlochvideothek hat schon zu." und er sah mich an, nickte kurz, lächelte dann und sagte: "du steht vor dem staubsaugergeschäft. die videothek ist gleich nebenan und hat offen."
da erzählt man jahrelang die geschichte von dem hasen, der sich selbst so runterzieht, dass er gar nicht mehr erkennt, dass alles bestens ist und liefert dann selbst so eine performance ab. eine absolute niederlage. think pink, miss !
"zwei tafeln schokolade fallen von einem tisch. sagt die eine "ooooaa, verdammt ! ich glaube, ich habe mir eine rippe gebrochen." drauf die andere: "na da hast du ja noch glück gehabt. ich bin voll auf die nüsse gefallen!"
das wäre aber gelogen, denn das ist in wahrheit nur mein zweitliebster witz. mein lieblingswitz hingegen amüsiert mich zwar genauso jedesmal aufs neue, wenn ich ihn mir selbst erzähle, aber er ist dazu auch noch unheimlich schlau und geht so:
der hase räumt seine wohnung auf. er wäscht das geschirr ab, wischt alle regale ab, legt die wäsche zusammen und verstaut sie im kasten, wischt überall staub , rückt die möbel zurecht und wäscht die vorhänge. am ende will er noch staubsaugen und muss zu seinem grossen bedauern feststellen, dass sein staubsauger kaputt ist und er denkt: "hmmmm, mein nächster nachbar ist der bär und ich könnte ihn mal fragen, ob er mir seinen staubsauer borgt. das wird er zwar nicht tun, denn der bär ist im ganzen wald als arrogantes arschloch bekannt, aber fragen kann ich dennoch. fragen kostet ja nichts extra." und so macht er sich auf dem weg zum haus des bären und dabei denkt er: "den weg könnte ich mir genauso sparen, denn der bär borgt seinen staubsauer fix nicht her, aber jetzt bin ich ja schon unterwegs und kann genausogut fragen. andererseits ist aber jetzt schon klar, dass er ihn nicht herborgen wird. der hat noch nie etwas verborgt. vollkommen sinnlos. na, was solls. ich bin ja auch schon fast da. vollkommen blödsinnige idee aber wenn ich doch nun schon mal hier bin, frag ich auch, aber der gibt ihn mir nicht. nie im leben, soviel ist sicher...." schliesslich kommt er beim haus des bären an und klopft an die tür. der bär öffnet ihm, sieht zum hasen hinunter, lächelt und sagt freundlich: "hase, wir haben uns lange nicht mehr gesehen, schön dass du mal vorbei schaust. gut siehst du aus. sag, was kann ich für dich tun, wie kann ich dir helfen?" und der hase stützt sich mit einer hand am türrahmen ab, lehnt sich ein wenig vor, kneift die augen zusammen und brüllt: "weisst du was, bär, du arschloch ... fick dich und deinen scheiss staubsauer !!"
vorgestern stellte ich fest, dass ich noch dvds von der videothek zu hause hatte. seit dem wochenende. ich zählte schnell an den fingern nach. es war der vierte tag und wenn man filme erst am fünften tag retourniert, zahlt man einen strafbetrag. ich sprang also in meine schuhe, klemmte mir die dvds unter den arm, steckte meine zigaretten ein und ging los. auf dem weg dachte ich "hoffentlich hat die videothek länger als bis sieben offen, denn es ist schon kurz vor sieben und die sperren mir noch vor der nase zu. dann muss ich die filme morgen zurückbringen und strafe zahlen. eigentlich glaube ich mich zu entsinnen, dass die bis neun oder zehn offen haben. aber da steht auch irgendwas mit 19 uhr an der tür. scheisse, die sperren hoffentlich nicht heute um sieben zu. wäre ja mal wieder ein klassiker, warum bin ich auch so blöd und kann mich nie rechtzeitig um sowas kümmern. obwohl, bis zehn sollten die schon offen haben. ist ja kein supermarkt. was ist denn das auch für ein kundenservice ? da müsste man ja früher von der arbeit nach hause gehen, um sich noch filme ausborgen zu können. verdammt, hoffentlich haben die noch offen...."
so marschierte ich also des weges und hoffte, die filme noch abgeben zu können, ich befürchtete aber, dass die schon geschlossen haben, wenn ich ankomme. und als ich die strasse entlang ging, in der der videoladen untergebracht ist, sah ich schon von einiger entfernung, dass mir keine stars mehr von plakaten aus der auslage entgegenlachten. die grossen weissen jalousien waren zu, nichts mehr war zu sehen. da stand ich dann vor der scheibe, starrte ins weiss, liess resignierend die schultern hängen und sagte laut: "scheisse !"
ein junger kerl war mir auf der strasse entgegen gekommen, war zu dem zeitpunkt auf meiner höhe. er sah mich an, die dvdhüllen in meinen händen, die auslage und dann wieder mich. und er sagte: "wolltest du die filme zurückbringen ?" ich sagte traurig: "ja, aber die arschlochvideothek hat schon zu." und er sah mich an, nickte kurz, lächelte dann und sagte: "du steht vor dem staubsaugergeschäft. die videothek ist gleich nebenan und hat offen."
da erzählt man jahrelang die geschichte von dem hasen, der sich selbst so runterzieht, dass er gar nicht mehr erkennt, dass alles bestens ist und liefert dann selbst so eine performance ab. eine absolute niederlage. think pink, miss !
30. April 2004, Rubrik: foolish
manchmal trifft man auf menschen und findet sie nett. nett und sympathisch. lustig und liebenswert. und ganz ohne darüber nachzudenken, bekommen sie diesen vorschuss an vertrauen, den man menschen entgegen bringen muss, damit sie überhaupt beweisen können, dass die diesen bonus auch verdient haben, ihn wert sind und damit umgehen können.
viele bauen diesen bonus aus, legen sich einen ganzen schatz an vertrauen an. einen schatz den sie hüten, gut und vorsichtig behandeln.
manche aber, nehmen dieses vertrauen und brennen es nieder. sie treten und schlagen es, trampeln darauf herum und wenn es bereits tot ist, würgen sie es noch. wenn sowas passiert, versucht man erstmal den aktuellen stand zu erfassen, um einen überblick über den schaden zu bekommen.
in meinem fall stellte ich keinen allzu groben schaden fest. die zeit hatte nicht gereicht, um wirklich etwas kaputt zu machen. der mensch war tatsächlich nicht wichtig genug, um ernsthaft schaden anzurichten. dachte ich.
jetzt, wo es zeit ist jemand anderem dieses mindestmass an vorschuss vertrauen zukommen zu lassen, stellt sich heraus, dass da etwas an den grundfesten erschüttert wurde. im sockel ist ein riss, gross genug, um vertrauen versickern zu lassen.
ein trust vampire hat seine zähne versenkt und offensichtlich den grossteil meines vertrauens abgesaut. mein vertrauen darin, dass menschen auch meinen was sie sagen, andere fair behandeln.
ich hatte den blöden fehler gemacht, nur mein allgemeines vertrauen in die welt und in die liebe zu checken. dabei habe ich übersehen, dass diese eine bestimmte art von vertrauen kaputt gegangen war. und als ich vor ein paar tagen auf den fehler aufmerksam wurde, war ich erstmal geschockt, reichlich geschockt. und dieser schock ging in eine traurigkeit über. und diese traurigkeit wiederum mündete in den entschluss, dem vampir in meiner welt einen holzpflock direkt in sein herz zu rammen.
das erstaunlichste an diesen trust vampiren ist, dass sie nicht wahrnehmen, wie nachhaltig zerstörerisch ihre taten sind. das gute aber ist, dass man sich das nicht gefallen lassen muss. man sieht dem vampir einfach ganz fest in die augen und sagt: "ich habe keine angst vor dir. du kannst mir eigentlich nur das vertrauen und den respekt aussaugen, den ich für dich empfinde." dann rammt man ihm den pflock ins herz, um ihn in der ganz persönlichen und eigenen welt zu töten. und dann dreht man sich um und geht pfeifend davon, beschützt sich selbst vor ihnen.
I'll protect you from the hooded claw
Keep the vampires from your door
Envy will hurt itself
Let yourself be beautiful
Sparkling love, flowers
And pearls and pretty girls
Love is like an energy
Rushin' rushin' inside of me
(frankie goes to hollywood, the power of love)
viele bauen diesen bonus aus, legen sich einen ganzen schatz an vertrauen an. einen schatz den sie hüten, gut und vorsichtig behandeln.
manche aber, nehmen dieses vertrauen und brennen es nieder. sie treten und schlagen es, trampeln darauf herum und wenn es bereits tot ist, würgen sie es noch. wenn sowas passiert, versucht man erstmal den aktuellen stand zu erfassen, um einen überblick über den schaden zu bekommen.
in meinem fall stellte ich keinen allzu groben schaden fest. die zeit hatte nicht gereicht, um wirklich etwas kaputt zu machen. der mensch war tatsächlich nicht wichtig genug, um ernsthaft schaden anzurichten. dachte ich.
jetzt, wo es zeit ist jemand anderem dieses mindestmass an vorschuss vertrauen zukommen zu lassen, stellt sich heraus, dass da etwas an den grundfesten erschüttert wurde. im sockel ist ein riss, gross genug, um vertrauen versickern zu lassen.
ein trust vampire hat seine zähne versenkt und offensichtlich den grossteil meines vertrauens abgesaut. mein vertrauen darin, dass menschen auch meinen was sie sagen, andere fair behandeln.
ich hatte den blöden fehler gemacht, nur mein allgemeines vertrauen in die welt und in die liebe zu checken. dabei habe ich übersehen, dass diese eine bestimmte art von vertrauen kaputt gegangen war. und als ich vor ein paar tagen auf den fehler aufmerksam wurde, war ich erstmal geschockt, reichlich geschockt. und dieser schock ging in eine traurigkeit über. und diese traurigkeit wiederum mündete in den entschluss, dem vampir in meiner welt einen holzpflock direkt in sein herz zu rammen.
das erstaunlichste an diesen trust vampiren ist, dass sie nicht wahrnehmen, wie nachhaltig zerstörerisch ihre taten sind. das gute aber ist, dass man sich das nicht gefallen lassen muss. man sieht dem vampir einfach ganz fest in die augen und sagt: "ich habe keine angst vor dir. du kannst mir eigentlich nur das vertrauen und den respekt aussaugen, den ich für dich empfinde." dann rammt man ihm den pflock ins herz, um ihn in der ganz persönlichen und eigenen welt zu töten. und dann dreht man sich um und geht pfeifend davon, beschützt sich selbst vor ihnen.
I'll protect you from the hooded claw
Keep the vampires from your door
Envy will hurt itself
Let yourself be beautiful
Sparkling love, flowers
And pearls and pretty girls
Love is like an energy
Rushin' rushin' inside of me
(frankie goes to hollywood, the power of love)
28. April 2004, Rubrik: in the process
hellmuth karasek stellt in der neuen vogue ein paar persönliche fragen.
die existenz-frage, religiös: was hat gott gemacht, bevor er die erde erschaffen hat ?
die existenz-frage, frei nach heidegger: warum existiert etwas und nicht nichts ?
die existenz-frage, nach woody allen: gibt es ein ewiges leben nach dem tod ? und wer sorgt dabei für saubere wäsche ?
die geld-frage, nach nestroy: die phönizier haben das geld erfunden. aber warum so wenig ?
die scholastische frage nach der allmacht gottes: kann gott einen so schweren stein erschaffen, dass er ihn nicht mehr bewegen kann ?
die distanz frage: was ist weiter ? hin ? oder zurück ?
die frage nach der liebe: was unterscheidet dier ersten von der zweiten und der dritten liebe ?
die frage nach dem glück: warum ist das gegenteil von unglück nicht glück, sondern langeweile ?
die frage nach dem glück, frei nach sigmund freud: warum ist glück als dauerzustand von der schöpfung nicht vorgesehen ?
eine biologische frage: warum braucht der mensch eine nase ? könnte er nicht durch die ohren niesen ?
eine jüdische frage, klassisch in dialogform: warum beantworten juden alle fragen mit einer gegenfrage ? antwort: warum nicht ?
mal eine frage, nur so: warum wird man immer älter und nicht dauern jünger ?
und daran anschließend: warum kann man sich den porsche erst dann leisten, wenn man ihn nicht mehr fahren kann ? und warum will man ihn sich gerade dann leisten ?
eine sprach frage, frei nach ludwig erhard: ich weiss, was unwirsch ist, aber was ist wirsch ?
die frage nach der traurigen erfahrung: warum fällt mir das butterbrot immer auf die butterseite ?
die liebes-frage, davor: wirst du mich danach auch noch lieben ?
die liebes-frage, danach: liebst du mich jetzt auch noch ?
die liebes-frage, danach (variante): liebst du mich jetzt mehr oder weniger als davor ?
eine aktuelle politische frage: kann mir jemand erklären, was eine reform ist ? und was eine innovation ?
eine frage der manieren: warum sollte man eine frau nie nach ihrem alter fragen, sobald man es ihr ansieht ?
und eine frage der steigerung: warum nennt man einen alten menschen einen älteren menschen ? und warum ist der ältere mensch jünger als der alte ?
in dem fall ist man versucht zu sagen: ihre frage ist so gut, dass ich sie nicht mit meiner antwort verderben möchte.
die existenz-frage, religiös: was hat gott gemacht, bevor er die erde erschaffen hat ?
die existenz-frage, frei nach heidegger: warum existiert etwas und nicht nichts ?
die existenz-frage, nach woody allen: gibt es ein ewiges leben nach dem tod ? und wer sorgt dabei für saubere wäsche ?
die geld-frage, nach nestroy: die phönizier haben das geld erfunden. aber warum so wenig ?
die scholastische frage nach der allmacht gottes: kann gott einen so schweren stein erschaffen, dass er ihn nicht mehr bewegen kann ?
die distanz frage: was ist weiter ? hin ? oder zurück ?
die frage nach der liebe: was unterscheidet dier ersten von der zweiten und der dritten liebe ?
die frage nach dem glück: warum ist das gegenteil von unglück nicht glück, sondern langeweile ?
die frage nach dem glück, frei nach sigmund freud: warum ist glück als dauerzustand von der schöpfung nicht vorgesehen ?
eine biologische frage: warum braucht der mensch eine nase ? könnte er nicht durch die ohren niesen ?
eine jüdische frage, klassisch in dialogform: warum beantworten juden alle fragen mit einer gegenfrage ? antwort: warum nicht ?
mal eine frage, nur so: warum wird man immer älter und nicht dauern jünger ?
und daran anschließend: warum kann man sich den porsche erst dann leisten, wenn man ihn nicht mehr fahren kann ? und warum will man ihn sich gerade dann leisten ?
eine sprach frage, frei nach ludwig erhard: ich weiss, was unwirsch ist, aber was ist wirsch ?
die frage nach der traurigen erfahrung: warum fällt mir das butterbrot immer auf die butterseite ?
die liebes-frage, davor: wirst du mich danach auch noch lieben ?
die liebes-frage, danach: liebst du mich jetzt auch noch ?
die liebes-frage, danach (variante): liebst du mich jetzt mehr oder weniger als davor ?
eine aktuelle politische frage: kann mir jemand erklären, was eine reform ist ? und was eine innovation ?
eine frage der manieren: warum sollte man eine frau nie nach ihrem alter fragen, sobald man es ihr ansieht ?
und eine frage der steigerung: warum nennt man einen alten menschen einen älteren menschen ? und warum ist der ältere mensch jünger als der alte ?
in dem fall ist man versucht zu sagen: ihre frage ist so gut, dass ich sie nicht mit meiner antwort verderben möchte.
27. April 2004, Rubrik: likes
gestern morgen war ich im supermarkt. mit meiner strahlend weissen sommerhose, hohen schuhe und einem hemd, das ich besser nicht in der arbeit tragen sollte, weil ich mir darin immer selbst in den ausschnitt glotzen muss. meine haare trug ich offen und glatt, denn seit ich gerne ein wenig wellig hätte, sind sie, sehr wahrscheinlich mir zufleiss, ausgesprochen glatt und mit meine rosa bäckchen, vom gloss glänzenden lippen und sommerlich blauer wimperntusche packte ich meine einkäufe aufs fliessband: ein nestle wellness wasser, einen halben liter milch und fünf pflaumen.
vor mir in der schlange stand ein junger bauarbeiter. in seinem blauen und etwas schmutzigen overall kaufte er ein obstsackerl voller bierdosen und dann nochmal zwei dosen bier und zwei riegel kinder country, für die er wohl eine extra rechnung brauchte, denn er liess zwischen dem nur bier und dem bier&schokolade einkauf ein wenig platz.
er zahlte die ladung bier, blieb wie angewurzelt in seinen ehemals weissen turnstuhen stehen, die hände abwinkelt vor sich und sein geld darin haltend.
die kassiererin flipperte die weiteren zwei dosen bier und die schokolade in die kasse, sah kurz ihn an, dann weiter zu mir und sagte: "2,98".
ich war immer schon der meinung, dass klischees dazu da sind, um sich an ihnen zu bedienen. noch klischeehafter hätte mein einkauf nur sein können, wenn inzwischen jemand mineralwasser light auf den markt gebracht hätte.
nachdem der junge mann sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die sachen noch zu ihm gehörten, sah sie mich lächelnd an und sagte: "tut mir leid, ich bin noch müde." und ich lächelte ebenfalls und sagte: "das ist nicht mein bier."
mein wellness wasser schmeckte übrigens etwas schal.
vor mir in der schlange stand ein junger bauarbeiter. in seinem blauen und etwas schmutzigen overall kaufte er ein obstsackerl voller bierdosen und dann nochmal zwei dosen bier und zwei riegel kinder country, für die er wohl eine extra rechnung brauchte, denn er liess zwischen dem nur bier und dem bier&schokolade einkauf ein wenig platz.
er zahlte die ladung bier, blieb wie angewurzelt in seinen ehemals weissen turnstuhen stehen, die hände abwinkelt vor sich und sein geld darin haltend.
die kassiererin flipperte die weiteren zwei dosen bier und die schokolade in die kasse, sah kurz ihn an, dann weiter zu mir und sagte: "2,98".
ich war immer schon der meinung, dass klischees dazu da sind, um sich an ihnen zu bedienen. noch klischeehafter hätte mein einkauf nur sein können, wenn inzwischen jemand mineralwasser light auf den markt gebracht hätte.
nachdem der junge mann sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die sachen noch zu ihm gehörten, sah sie mich lächelnd an und sagte: "tut mir leid, ich bin noch müde." und ich lächelte ebenfalls und sagte: "das ist nicht mein bier."
mein wellness wasser schmeckte übrigens etwas schal.
27. April 2004, Rubrik: stories
mit baffem erstaunen stelle ich in der letzten zeit häufiger fest, wie sehr ich, mit zunehmendem alter, mit meinem einzelkind-modus zu kämpfen habe. im grossen und ganzen darf jeder machen, was er will. hätte ich jedoch andere pläne gehabt, fängt das einzelkind in mir zu toben an.
gestern abend erst war es wieder so weit und ich sass bloss da, mit grossen augen und offenem mund, und sah ihm dabei bei zu. im supermarkt des lebens schmiss es sich auf den boden, drehte sich wild im kreis, trommelte mit den fäusten auf den boden und brüllte "ich will aber den wurstverkäufer haben". die knöchel traten schon ganz weiss hervor, so angestrengt ballte es seine fäuste.
und die mami in mir stand daneben und sprach mit ruhiger stimme: "den wurstverkäufer kannst du nicht haben. nicht jetzt. der hat diese woche viel zu arbeiten. letzte woche hatte er zeit für dich, aber da hast du ja herumgetrödelt."
erschwerend kommt hinzu, dass ich auch noch das leben eines kindes führe. ich zahle rechnungen dann, wenn jemand mich darauf aufmerksam macht, dass ich besser euros rüberschiebe, bevor mir der strom oder etwas anderes lustiges abgedreht wird.
von jeher bin ich von leuten umgeben, die mir den arsch retten, weil sie mich gern mögen. ich verlasse mich nicht auf sie und ich bringe meinen arsch nicht absichtlich in situationen, aus denen er gerettet werden kann oder soll oder muss. ich kenne es bloss nicht anders. ich sehe es erst, wenn jemand sich wiedermal um mich kümmert und mich aus der gefahrenzone manövriert, während ich noch summend durch die gegend schaue und mir gedanken zu so allem möglichen mache. zu allem, bloss nicht zum erwachsen werden.
und in dem moment, in dem mir bewusst wird, dass ich wiedermal, aus reiner sympathie, sunny-side-up gelandet wurde, reisst auch schon das einzelkind die tür auf und brüllt "eh. das muss eh so sein. die welt gehört mir. MIR MIR MIR MIR !! und alle kümmern sich immer nur um MICH !!"
früher oder später werde ich ganz böse auf meiner fresse landen. wenn ich es nicht vorher begreife und auch umsetze, werde ich furchtbar böse auf meiner fresse landen. keine schöne vorstellung. gar keine schöne vorstellung.
gestern abend erst war es wieder so weit und ich sass bloss da, mit grossen augen und offenem mund, und sah ihm dabei bei zu. im supermarkt des lebens schmiss es sich auf den boden, drehte sich wild im kreis, trommelte mit den fäusten auf den boden und brüllte "ich will aber den wurstverkäufer haben". die knöchel traten schon ganz weiss hervor, so angestrengt ballte es seine fäuste.
und die mami in mir stand daneben und sprach mit ruhiger stimme: "den wurstverkäufer kannst du nicht haben. nicht jetzt. der hat diese woche viel zu arbeiten. letzte woche hatte er zeit für dich, aber da hast du ja herumgetrödelt."
erschwerend kommt hinzu, dass ich auch noch das leben eines kindes führe. ich zahle rechnungen dann, wenn jemand mich darauf aufmerksam macht, dass ich besser euros rüberschiebe, bevor mir der strom oder etwas anderes lustiges abgedreht wird.
von jeher bin ich von leuten umgeben, die mir den arsch retten, weil sie mich gern mögen. ich verlasse mich nicht auf sie und ich bringe meinen arsch nicht absichtlich in situationen, aus denen er gerettet werden kann oder soll oder muss. ich kenne es bloss nicht anders. ich sehe es erst, wenn jemand sich wiedermal um mich kümmert und mich aus der gefahrenzone manövriert, während ich noch summend durch die gegend schaue und mir gedanken zu so allem möglichen mache. zu allem, bloss nicht zum erwachsen werden.
und in dem moment, in dem mir bewusst wird, dass ich wiedermal, aus reiner sympathie, sunny-side-up gelandet wurde, reisst auch schon das einzelkind die tür auf und brüllt "eh. das muss eh so sein. die welt gehört mir. MIR MIR MIR MIR !! und alle kümmern sich immer nur um MICH !!"
früher oder später werde ich ganz böse auf meiner fresse landen. wenn ich es nicht vorher begreife und auch umsetze, werde ich furchtbar böse auf meiner fresse landen. keine schöne vorstellung. gar keine schöne vorstellung.
27. April 2004, Rubrik: in the process