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als ich heute nach hause kam, wollte ich - aus reiner gewohnheit - die neuen rechnungen aus dem briefkasten mitnehmen und war nicht schlecht erstaunt, als ich plötzlich ein grosses braunes kuvert in der hand hielt. mit meinem namen drauf. ein geschenk ? ein geschenk !

kurzer check meinerseits: hab ich geburtstag ? nein, der war schon. hab ich irgendwo mitgespielt ? nein, ich spiel nie irgendwo mit. hab ich trotzdem irgendwo gewonnen ? nein, auch sehr unwahrscheinlich. ich hab nur einmal was gewonnen. bei einem schätzspiel. und weil ich nicht damit gerechnet hatte zu gewinnen, bin ich früher gegangen und meine preis bekam der, der am zweitnächsten an der richtigen lösung war. dabei hatte ich fast ganz exakt geschätzt. nachträglich waren alle furchtbar von meinen schätzkünsten beeindruckt. tatsächlich hatte ich nicht einmal die frage verstanden und einfach den mittelwert von dem aufgeschrieben, was die leute rund um mich getippt hatten.
weiter im check: hab ich hochzeitstag ? quatsch, ich bin doch nicht einmal verheiratet.

ich wendete das kuvert, um den absender zu lesen und musste erstmal lachen. weil ich witzigerweise auf dem weg von der u-bahn nach hause, über den umweg twoday lesung und die leute die man dort wohl so treffen könnte, genau an ihn gedacht hatte.

im kuvert war eine schicke haube von ganz weit weg und ein briefchen mit dem hinweis auf warme ohren. ich hab die haube natürlich gleich im lift aufgesetzt und bin also mit heissen ohren und einem fetten grinsen auf den lippen zu hause angekommen.

nach den letzten beiden tagen hätte ich nicht gedacht, dass ich am freitag abend lächelnd aus dem lift steigen. vielen dank. dafür und für die haube.

der winter muss jetzt noch ein bissi bleiben. sorry, folks!



miss: gnädige frau, was ist los ? du kannst unmöglich wegen eines kleines streits so sauer sein...

miss: warum nicht ?

miss: weil du doch auch sonst keinen streit auslässt. du magst es, dich zu streiten. und du weisst, dass sich beide partein nach einiger zeit wieder abgekühlt haben. nachträglich ist es nie so schlimm, wie es akut gewirkt hat.

miss: mag sein. ich finde das gerade aber dennoch sehr mühsam.

miss: mag auch sein. aber wenn du mit freunden streitest, dann ist es einfach ein streit und wird sich wieder legen. weswegen hier gleich diese dramatik und entgültigkeit ?

miss: wenn etwas schon so anfängt...

miss: und du denkst, es ist eine gute idee, die flinte bei der ersten kleinsten unentspanntheit ins korn zu werfen ?

miss: wieso kann er nicht davon ausgehen, dass ich mir bei dem was ich sage, sicher etwas denke?

miss: wieso kannst du es ihm nicht einfach erklären ?

miss: ich will mich nicht erklären müssen.

miss: wie soll er dich dann verstehen ? soll er raten ?? wie sagst du selbst immer so schön? "du kannst zwar versuchen es zu erraten, aber die chance aufs richtige zu tippen, ist eins zu einer million." du redest hier von gedankenübertragung.

miss: halt die klappe. wenn ich auf sowas böcke hätte, könnte ich ja gleich selbstgespräche führen...



ich hatte eben einen beitrag geschrieben. der war ganz furchtbar wahr und ganz furchtbar wichtig. für mich.

beim speichern aber ... schwupps ... plötzlich alles weg. ich hasse das.
wenns mal aus dem kopf rausgetippt wurde, ist es äusserst schwierig wieder zurückzuholen.

ich hasse jetzt erstmal eine runde lang alle knallgrauen, weil die dafür verantwortlich sind. so.

edit: gut zu wissen, dass so ein scheiss hier sich aber problemlos reinstellen lässt. damn it !



ich denke, im leben geht es sehr viel darum, das vertrauen nicht zu verlieren. immer wieder mal wird man bewusst angelogen, ausgetrickst. die hinweise darauf sollte man erkennen und dann nicht erst nach ausreden für die person und für einen selbst suchen, sondern einsehen, dass menschen manchmal nicht so sind, wie wir sie gesehen haben oder auch nur gern gesehen hätten.

es wäre komplett falsch, würde man auf andere zugehen und ihren worte nicht mehr trauen. sich zu denken "ja klar, der kann ja viel erzählen" wäre zu simpel. und in wahrheit würden wir uns damit auch selbst sehr viel gutes und schönes vorenthalten.

wenn man aber wiedermal erkennen muss, dass worte manchmal eben nur worte sind und von menschen manchmal sehr listig eingesetzt werden, ist es jedesmal wieder schade. und traurig, einfach traurig.

um durchs leben zu laufen und nicht das vertrauen zu verlieren, braucht man tatsächlich ganz schön eier. und manchmal muss man vielleicht einfach mal all seinen mut sammeln, um ihn zu spüren. um zu sehen, dass er da ist und wieviel davon da ist. angst kriegt man erst beim davonlaufen.



ich vermisse meinen balkon. er ist zwar da, aber es ist einfach noch zu kalt, um draussen zu sitzen. mit einer zigarette die im aschenbecher vor sich hin verraucht und einem glas saft, den laptop auf den hochgelegten beinen liegend. spazierenschauend, spazierendenkend.

ich glaube, ich hätte im moment einen besseren überblick, wenn ich schon draussen sitzen könnte. ich brauch einen raum nur für mich. und wenn der raum nur drei wände hat, dann ist es überhaupt perfekt.



ich hab ein grosses talent dafür, absolut jeden fettnapf mitzunehmen und bloss keinen auszulassen.

vor zwei tagen sass ich mit einer freundin in einem sehr netten lokal, als ein freund durch die tür kam. er wurde von einem mir unbekannten anderen kerl begleitet und da ich mit diesem freund eine woche zuvor in dem lokal war, begrüsste ich ihn mit den worten: "hey. du schlampe bist aber auch jede woche mit jemand anderem hier."
er später fiel mir ein, dass ich zwar privat dort war, er aber eventuell ein business date hatte....

gestern plauderten alle möglichen leute in meinem büro und im zuge der unterhaltung sagte mein kollege: "ein sehr kluger mann sagte einmal: du lebst dein lebe für dich, nicht für andere."
ich lachte spöttisch und sagte im dazu passenden tonfall: "ach gottchen, wo schnappst du denn solche weisheiten auf ? sowas steht doch nicht im sportmagazin, oder?" er antwortete mit einem blick, der andere in ihre schranken verweist: "nein, mein opa sagte das. kurz bevor er starb."

letzte woche hatte eine kollegin von mir einen unfall. ihren audi hatte sie vor noch nicht ganz einem jahr brandneu gekauft und seitdem nur probleme damit gehabt. letzte woche dann kam sie auf der spiegelglatten fahrbahn ins rutschen, knallte in die leitschienen, überschlug sich einmal. ihr ist zum glück nichts passiert, aber das auto trägt jetzt den namen "totalschaden". einen tag nach dem unfall sass sie in meinem büro und blätterte sich gedankenverloren durch eine zeitschrift. ich wollte ein paar sachen von einer veranstaltung abholen und überlegte gerade, wie ich das zeug ins büro schaffen sollte. ohne zu überlegen fragte ich: "sag, hast du jetzt gleich einen termin ?" sie: "nein." ich: "was machst du denn in der nächsten halben stunde ?" sie: "hab nichts vor. wieso ?" ich: "kannst du mich vielleicht ....äh.. nein, vergiss es. " sie: "jetzt sag schon." ich: "nein, vergiss es. war blöd. " sie: "wollstest du mich eben fragen, ob ich dich irgendwo mit dem auto hinfahren kann ?" ich: "ääääh, ja. hatte kurz drauf vergessen. tut mir leid."

diese liste liesse sich ewig lang fortsetzen. und der blick, den mir meine kollegen in solchen situationen zuwerfen, ist auch leider nicht in worte zu fassen. entweder fang ich jetzt langsam mal an, mich nicht selbst immer von dem was ich so sage überraschen zu lassen oder ich halte einfach generell die klappe, wenn ich nichts gefragt werde. vorher denken wird schwierig werden. klappe halten aber erst recht eine mission impossible.

die gute nachricht ist, dass ich inzwischen schon sehr viel erfahrung darin habe, mich aus solchen situationen wieder hinaus zu manövrieren.



gestern telefonierte die kollegin und versuchte mit der person am anderen ende der leitung einen termin zu koordinieren. ihr blick war auf den am bildschirm angezeigten terminkalendern gerichtet, als sie sagte:

"nein, das ist schlecht. morgen bin ich schon ganz dicht."

na dann, freu ich mich doch schon mal auf heute. mit dichten kollegen kann man sehr viel spass haben.



auf dem heimweg musste ich mir selbst eingestehen, dass ich im moment komplett emotional überfordert bin. ich kann im moment absolut nicht sagen, was in mir vorgeht. fast möchte ich glauben, dass gar nichts in mir vorgeht. aber das kann unmöglich stimmen.

eher kämpft der kopf gegen den bauch und der bauch kennst sich sowieso nicht aus und hat deshalb schon mit sich selbst genug zu tun, als nun auch noch den angriff des kopfes abwehren zu können.

am besten wäre es wohl, erstmal gar nichts zu tun und gar nichts zu entscheiden und auch erstmal gar keine emotionen ernst zu nehmen und einfach mal zu warten. worauf ? keine ahnung. wie lange ? auch keine ahnung. ich denke, ich werde merken, wenn das warten zu ende geht.

eines ist sonnenklar: am allerwenigsten darf ich jetzt meinen emotionen trauen. mir selbst ist gerade nicht zu trauen. ich weiss nicht, was ich will und ich weiss nicht, was mir gut tut. ich weiss nicht, was ich mir wünschen soll und ich weiss absolut nicht, was ich eigentlich zu tun habe.

ich kenne mich mit situationen aus, die ins nichts führen, längerfristig nicht funktionieren können und nicht vorsehen, dass ich mich ernsthaft auf jemanden einstellen muss. allein der gedanke, dass es mal anders sein könnte, erzeugt einen gedankenstrudel und bringt meine atmung aus dem rhythmus. unsensible menschen würde eventuell von einer leichten panikattacke sprechen.

heute ist aber auch kein guter tag, um über so etwas nach zu denken. veränderungen sind nicht gerade meine besten freunde und man soll auch immer nur einen schritt nach dem anderen machen.

also erstmal verdaue ich die veränderung, die ich nicht herbeigeführt habe, lasse die neuigkeiten setzen. und wenn die einen schönen platz gefunden und es sich bequem gemacht haben, dann denke ich darüber nach, dass ich viel mehr single bin, als ich je gedacht hätte.



herr littleguy hat ein "sehr gut" auf seine deutsch schularbeit bekommen. immer noch genug rechtschreib- und grammatikfehler, aber die geschichte ist so "nett und lebendig erzählt".

bitte, das muss er von der mutter haben... die rechtschreib- und grammtikfehler, nämlich.



kein österreichischer film kommt ohne sie aus. wenn auf einem film "made in austria" drausteht, ist nina proll drin.

und weil film und fernsehen nicht das ende der fahnenstange sein kann, spielt sie ab jetzt auch noch die hauptrolle in dem in wien uraufgeführten musical barbarella.

und weil auch ein musical immer noch nicht das ende der fahnenstange sein kann, erscheint zeitgleich auch noch ihre neue cd.

zwölf songs, nicht die schlechtesten nennt sich das werk und eben kam ich in den genuss einen track davon im radio zu hören. frau proll hat "ich lieb dich überhaupt nicht mehr" gecovert und die nummer war ja von udo lindenberg schon so schlecht, dass man sie am liebsten ungeschrieben und ungesungen machen würde. nina p. aber verdoppelt und will sehen.

ich hingegen kann sie langsam nicht mehr sehen. sie hat zweifellos talent, aber deshalb muss man sie ja nicht immer und überall zu sehen und zu hören bekommen. und ich weigere mich zu glauben, dass es in österreich nicht auch noch anderer talentierte darstellerinnen gibt. ladies, tretet vor und zeigt bitte was ihr könnt. eine wachablöse wäre most necessary.



manchmal erfährt man neuigkeiten und sie sind, im grunde, erfreulich. für denjenigen, der die neuigkeiten mit sich bringt.

für eine handvoll leute ist es aber, als würde einem die traurigkeit mit stahlbesetzen boots in den magen treten.

ich könnte heulen. weil ich traurig bin und weil ich vollkommen bescheuertes arschloch immer noch nicht gelernt habe, mit meinen wünschen vorsichtiger zu sein. hätte zwar nichts geändert. dennoch. ein ungutes gefühl, wenn man unüberlegt einen wunsch ausspricht, der geht in erfüllung und noch während dir die nachricht überbracht wird, weisst du, dass du das gar nicht wolltest.



gerade gurrte eine taube auf dem balkon und ganz plötzlich war es wieder da ...

als ich klein war, wohnte ich mit meiner mama in einer wohnung in einem alten haus. am dachboden waren leinen gespannt und dort konnte man seine frisch gewaschene bettwäsche zum trocknen aufhängen. und ich habe es geliebt, mit meiner mama auf den da dachboden zu gehen.

durch die schmutzigen und teilweise zerbrochenen kleinen dachfenster, fiel immer ein bisschen sonnenlicht. aber genau dieses licht, das auf dachböden durch schmutzige scheiben bricht, hat eine ganz unfassbare intensität und reinheit. es gibt diesem halbdunklen raum seine eigenartige stimmung.

es flatterten immer grosse, weisse leintücher dort oben und verbreiteten ihren geruch. sie klangen nach segeln und der ganze raum roch frisch gewaschen. und rein. und perfekt.

und während meine mama unsere laken aufhängte, kletterte ich auf den balken herum. umgeben von dem licht und dem geruch, von dieser ganz eigenen atmosphäre des dachbodens. und von dem gurren der tauben, die da oben immer waren. das alles zusammen war ein gefühl. ein schönes gefühl.

ich weiss, würde ich heute einen vergleichbaren dachboden finden, würde dieser sich nicht mehr so anfühlen. da könnte dieses licht sein und da könnten diese laken sein und auch der geruch und auch die tauben - es würde mich dennoch nur an das gefühl von damals erinnern. und weil sich die erinnerung allein schon so warm in der brust anfühlt, hätte ich zu gern das gefühl an sich nochmal gehabt.



littleguy liegt am anderen teil des grossen sofas, blättert in einem comic. er streckt sich und kommentiert dabei: "erst noch strecken, bevor ich penne."

ich lache, er blickt kurz amüsiert zu mir rüber, grinst ansatzweise und sagt: "du kannst ruhig lachen, aber schreib mit. das leben des littleguy wäre ein guter titel."



everybody will find it someday...mein persönliches sierra hab ich bisher nicht gefunden. vielleicht auch schon, dann weiss ich aber nichts davon. dafür hat herr sierra mir geholfen, mein brandneues wohnzimmer zu finden.

ich bin jetzt ein grosser fan des ronahi und der werte leser kann an der stelle die suche nach seiner ausgabe des kamasutra wieder einstellen und zum bildschirm zurückkehren.

ronahi ist der name des lokals und ich mag dort das freundliche personal, die alten sofas, die alten tische, das arabische essen und die musik. einfach sehr angenehm, diese louge im oberen stockwerk des lokals.

die wiener mögen sich bitte persönlich überzeugen. die anderen können sich an der stelle ruhig fragen, warum sie den beitrag denn eigentlich gelesen haben.



der erste schnee fiel in wien im oktober 2003. inzwischen haben wir bald mitte märz und es liegt immer noch schnee. schlimmer noch: es ist, zumindest für diese woche, angeblich kein ende in sicht.

das heisst, dass wir jetzt seit tatsächlich sechs monaten winter haben. das ist ein halbes jahr. ein halbes jahr !

ich habe den winter verflucht, beschimpft, weggewünscht, weggeschickt. jetzt bleibt nur noch eines zu tun: betteln.

bittebitte, lieber winter, geh weg. es ist genug. nein, es ist mehr als genug. es ist zuviel. die menschen in meinem umfeld kriegen es nicht mehr auf die reihe. sie werden trübsinnig und melancholisch und neigen dazu alles zu dramatisieren. und das schliesst mich mit ein. wir brauchen die sonne und ihre wärme. wir müssen langsam die enge der rollkragenpullis und dicken jacken wieder loswerden. ich verspreche dir, dass wir uns am ende des sommers wieder auf dich freuen werden. auf den knirschenden schnee unter unseren füssen, auf schneeflocken bei nacht im licht der strasselaterne, auf kuschelige abende am sofa. auf den versuch, ein volles punschhäferl mit fäustlingen zu halten. wir werden an dich denken, wenn wir im sommer schwitzen und uns viel zu heiss ist. dann werden wir dich vermissen und nur das beste über dich zu berichten wissen.

aber jetzt hatten wir erstmal genug von alldem. jetzt steht uns der sinn nach sonne und nach frühlingsgefühlen. nach knospenden blümchen und nach gekühltem eistee. und auch nach "schatz, neute nicht, es ist einfach viel zu heiss für jegliche körperliche betätigung."

deshalb, lieber winter: die woche noch. das kriegen wir noch gebacken, das stehen wir noch durch. aber danach ist schluss. geht das ? würde sich das machen lassen ? bitte. ich bitte dich. von mir aus auch auf knien...



so sehr ich am ende der ersten staffel euch geseufzt habe und vielleicht mehr erwartet hätte ... morgen beginnt die zweite staffel von 24 und: ja, ich bin jetzt schon ganz aufgeregt.

oh mann, morgen gehts los und gerade jetzt ist es der richtige zeitpunkt, den alltag und das leben auch ohne mein grossartiges zutun laufen zu lassen. ich konzentriere mich also auf 24 und hoffe, dass der winter vorbei ist, bis jacks tag vorbei ist.



vor ein paar wochen kam ich eines nachts aus einer bar. und weil man nicht nur von drinks leben kann, organisierte sich mein begleiter beim nahegelegenen würstelstand ein hot dog, während ich zum nahegelegenen zigarettenautomat stapfte.

diese automaten bieten ja weitaus weniger auswahl als eine trafik und seit ich vor einiger zeit aufgehört habe, stur eine marke zu rauchen und bei jedem kauf aufs neue entscheide, worauf ich gerade lust habe, beansprucht der kauf einer neuen schachtel immer ein bisschen zeit.

deshalb stand ich also vor dem gerät, betrachtete die wahltasten mit den abbildungen der zigarettenschachtel drauf und überlegte, als ein junger kerl kam, sich einen schritt entfernt von mir aufstellte und die münzen in seiner hand zählte.

m: "weisst du denn, was du willst ?"
k: "ja, weiss ich."
m: "dann darfst du vor, ich muss nämlich noch überlegen."
k: "vielen dank, gerade erst mit rauchen angefangen ?"
m: "nein. aber zwanzig zigaretten können ewig dauern, wenn man die falschen aussucht."

er grinste, steckte sein kleingeld wieder in die hosentasche, nahm einen zehn euro schein aus der hinteren tasche und steckte ihn in den automaten. und der spuckte diesen in der sekunde wieder aus.
der kerl seufzte kurz, griff sich den schein und steckte ihn geduldig wieder in die dafür vorgesehen öffnung. und der automat spuckte den schein sofort wieder aus, was ungefähr so aussah, als würde er ihm die zunge zeigen.

ohne ein wort zu sagen, griff ich nach dem schein, faltete ihn ein wenig der länge nach, lächelte dabei den kerl freundlich an, steckte den schein in das gerät, erkundigte mich nach der marke seiner wahl, drückte auf die taste und machte einen schritt zurück, damit der kerl seinen einkauf aus dem schacht holen konnte.

er lachte, sagte "ah, eine frau mit erfahrung. vielen dank und schönen abend !" und ging.

die kleinen problemchen zu handhaben, die der alltag so bereit hält, ist keine grosse sache für mich. und da helfe ich auch gern und jederzeit, auch vollkommen ungefragt. ich kann streikende kopierer und faxgeräte überreden wieder ihren job zu machen, an handies herumspielen, die irgendwer leichtfertig verstellt hat, gurken- und alle ähnlichen gläser aufbekommen und all diese dinge. ich kann das, weil ich im laufe der zeit immer mal wieder mit solchen dingen konfrontiert war und mich dann alleine so lange spielte und so lange herumprobierte, bis ich den dreh raus hatte. (bis auf das öffnen von gläsern. denn das habe ich tatsächlich bei der cosby show gelernt.)

und auch was emotionale dinge betrifft, will ich meine fehler alleine machen. ich will meine eigenen rennen laufen und selbst über die hürden springen.

aber ich bin schlecht darin, meinen freunden zuzugestehen, dass sie das auch dürfen und sollen. wenn ich sie in einen krise sehe, will ich ihre entscheidungen treffen oder ihnen zumindest verbieten, sich - in meinen augen - ganz klar falsch zu entscheiden. ich will sie durch ihr rennen tragen, sie hochheben und über ihre hürden drüberschmeissen.

heute mittag konnte ich mich dann doch selbst wiedermal nicht davon abhalten, doch meinen senf zu einer sache abzugeben. und eigentlich war es nicht nur senf, sonder eher senf, ketchup, majonaise, bbq sauce, sour cream dip und joghurt dressing.

ich versprech dir es wird gut
es braucht mehr als wille und mut
und ich schwör dir es wird passen
was man nicht will kann man einfach lassen



 
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